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Alpine Ski-WM 2019

Die Alpine Ski-WM 2019 in Aare

Die Stars der Ski-Szene küren vom 5. bis zum 17. Februar 2019 in Aare ihre Weltmeister. 

Mit uns seid ihr in Schweden auf der Piste und abseits des Renngeschehens mit von der Partie.

➡️ Infos und Videos aus dem TirolBerg in Aare

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Die "Blech"-Wertung (vierte Ränge) bei der alpinen Ski-WM in Aare:

3 ÖSTERREICH
    Stephanie Venier (Abfahrt)
    Ramona Siebenhofer (Kombination)
    Katharina Liensberger (Slalom)

2 DEUTSCHLAND
    Viktoria Rebensburg (Super-G)
    Teambewerb (Lena Dürr, Christina Geiger, Marlene Schmotz,
    Dominik Stehle, Linus Straßer, Anton Tremmel)

2 SCHWEIZ
    Beat Feuz (Abfahrt)
    Loic Meillard (Riesentorlauf)

2 ITALIEN
    Christof Innerhofer (Super-G)
    Riccardo Tonetti (Kombination)

1 NORWEGEN
    Ragnhild Mowinckel (Riesentorlauf)

1 FRANKREICH
    Alexis Pinturault (Slalom)

Trotz Blech "wunderschöne Gefühle" bei Liensberger

Dank der Team-Silbernen hat sich Alpin-Skirennläuferin Katharina Liensberger bei ihrer ersten WM mit einer Medaille beschenken können. Der vierte Platz im Slalom von Aare sei zwar schmerzhaft gewesen, aber für die 21-jährige Vorarlbergerin der nächste Schritt auf ihrem Weg nach oben. "Alles in allem waren es wunderschöne Gefühle bei meiner ersten Weltmeisterschaft", sagte Liensberger.

Die Sportlerin aus Göfis bei Feldkirch musste sich im Kampf um Bronze der Slowakin Petra Vlhova am Samstag um vier Zehntelsekunden geschlagen geben. "Natürlich tut es weh, wenn man auf das Ergebnis blickt. Andererseits weiß man auch, wie nahe das Ganze beieinander ist, wenn man sieht, wie eng die Zeitrückstande waren", berichtete Liensberger.

"Danke an alle, die mir die Daumen gedrückt haben, auch wenn es heute nicht gereicht hat. Ich werde weiterarbeiten und mein Bestes geben."

Im Teambewerb hatte Liensberger gemeinsam mit Katharina Truppe, Marco Schwarz, Michael Matt, Christian Hirschbühl und Franziska Gritsch am Dienstag Silber erobert. "Es ist wunderschön, wenn man da wirklich eine Medaille gewinnen kann, und schon ganz etwas Besonderes. Das geht nicht einfach so von der Hand, da steckt so viel dahinter. Es sind so viele Leute, die einen tagtäglich unterstützen. Das ist dann einfach auch Dankbarkeit", blieb sie bescheiden.

Im Riesentorlauf schaute am Donnerstag der zwölfte Platz heraus, damit war Liensberger aber schon einmal beste Österreicherin. In ihrer Zweitdisziplin müsse sie "einfach an meiner Konstanz arbeiten, um es zu schaffen, in beiden Durchgängen meine besten Schwünge zu zeigen". Für ihren ersten WM-Auftritt konnte sie aber zufrieden sein.

"Es heißt für mich einfach, da optimistisch in die Zukunft zu blicken und weiter zu arbeiten, wie ich es bisher gemacht habe, da einfach Schritt für Schritt immer näher kommen", erklärte Liensberger, dass zwischen ihr und der absoluten Spitze, wo in erster Linie die nun vierfache Slalom-Weltmeisterin Mikaela Shiffrin und Vlhova stehen, noch ein Abstand bestehe. Von ihren ersten Weltmeisterschaften werde sie aber jedenfalls "das Positive für mich mitnehmen, mit Sicherheit".

Roman Stelzl:

WM-Tagebuch: Wie Shiffrin zum Rinnsal wurde

Mikaela Shiffrin musste einem gestern richtig leid tun. Fast so sehr, wie ihr die Gegnerinnen, die sie dermaßen klar hinter sich lässt, leid tun. Da saß sie nun bei der Pressekonferenz, erkältet, heiser, müde, abgekämpft – und fast als Gegenbewegung zur Logik redete und redete und redete sie. Wie ein Fluss. Ganz ihrer sympathischen, offenen Art entsprechend. In den Reihen wurde schon getuschelt, man beäugte einander, schmunzelte – denn während der gut zehn Minuten Redezeit brach Shiffrins Stimme immer mehr ins Nichts weg. Von dem Fluss war am Ende nur noch ein kleines Rinnsal übrig. Und als die Weltmeisterin schließlich mit Blumenstrauß Richtung Ausgang marschierte und selbst Jean-Pierre Roy, 55, die Exoten-Legende aus Haiti, einen Korb für das Selfie geben musste, war von Shiffrins Stimme nur noch ein wortloses Krächzen übrig. Tja, diese WM in Aare, die hinterlässt ihre Spuren. Bei jedem. Nicht nur bei Marcel Hirscher und Shiffrin. Fast die gesamte österreichische Journalisten-Garde klagt über Kopf-, Hals-, Ohren- und/oder andersartige Schmerzen. Wird also Zeit, die Koffer zu packen. So schön Landschaft und Ort auch sind, so groß ist auch die Freude auf die Heimat.

Aare-OK trotz "herausfordernder Bedingungen" stolz auf WM

Die Organisatoren der alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Aare haben in der Schluss-Pressekonferenz nochmals versichert, alles ihnen Mögliche versucht zu haben. Die Bedingungen seien wegen der schwierigen Wetterverhältnisse herausfordernd gewesen, sagte CEO Niklas Carlsson. "Wir können stolz sein, was wir erreicht und getan haben." Bis Samstag kamen 87.000 Zuschauer zu den Rennen.

Der Start sei ein sehr schwieriger gewesen, wegen des Schneechaos auf den Flughäfen in München und Stockholm seien viele Athleten nach ihrer oft verspäteten Ankunft "traurig" gewesen, das erste Abfahrtstraining der Herren habe man absagen müssen. "Es war ein harter Start, aber alle haben es hierher geschafft", sagte Carlsson.

Am Berg hätte man viele Probleme zu lösen gehabt, es sei herausragende Arbeit geleistet worden. "Unglücklicherweise hatte wir beim Kombi-Slalom der Herren nicht den perfekten Schnee, aber bei allen anderen Rennen, denke ich, hatten wir gute Bedingungen."

Auch Sarah Lewis, die Generalsekretärin des Internationalen Skiverbandes (FIS) wusste um die herausfordernden Bedingungen, "kein Zweifel", strich aber hervor, dass das Organisationskomitee stets bemüht darum gewesen sei, dass der Sport im Mittelpunkt stehe.

Die Athleten, speziell auf Damenseite, seien schon oft in Aare gewesen und hätten gewusst, was wettertechnisch auf sie zukommen könnte. "Wenn man wie heute im ersten Durchgang des Damen-Slaloms vier Jahreszeiten in einem Lauf hat, ist es unmöglich, jedem gerecht zu werden." Das Wetter könne man nicht kontrollieren. "Aber die Ergebnisse sprechen für sich, die Topathleten sind am Podium", meinte sie mit Blick auf die Ergebnislisten.

Roman Stelzl:

WM-Tagebuch: Das geht runter wie warmes „Öl“

Sonnenschein beim Blick aus dem Fenster, Frühlingswetter (höre ich da gar Vögel zwitschern?) – und dann kam als Draufgabe gestern noch die morgendliche Nachricht, dass er, Marcel Hirscher, der vermeintliche Heilsbringer dieser WM, allen Widrigkeiten zum Trotz im Riesentorlauf starten würde. Was sollte ich da noch lange zögern? Raus aus dem Krankenbett! Weg die Wärmflasche, den Fiebermesser in die Schublade. Die vorzüglichen Hühnersuppe-Kochkünste des Mitbewohners (ein Journalist aus Oberösterreich, nicht dass das relevant wäre) haben ebenso geholfen wie zwei warme alkoholfreie Frühstücksbier, hier „Öl“ genannt, mit Honig (der Erkältungs-Tipp kommt vom Rad-Ausdauer-Meister Patric Grüner, half vorzüglich) und die ärztliche Beratung aus den eigenen vier Wänden. Also machen wir uns wie fast alle heimischen Journalisten an den härter werdenden Kampf gegen den eigenen Körper. Doch auch Aare ist nicht mehr wiederzuerkennen. Das beginnt schon bei unserem rüstigen und unermüdlichen Nachbar Gunnar, der frühmorgens im T-Shirt mit der Fräsmaschine arbeitet und uns daran erinnert, dass die Wärmevorstellung der Schweden (Februar-Temperaturschnitt minus acht Grad, 14 weniger als gestern) etwas andere sind. Ebenso wie bei der Gastfreundschaft, bietet uns Gunnar doch an, eine Nacht bei ihm zu bleiben, weil wir vermutlich länger als geplant in Aare bleiben. Währenddessen fegt der warme Wind über das fast schneefreie WM-Örtchen hinweg. Die steile, gut 150 Meter lange Einfahrt zu unserer Hütte ist ein Eislaufplatz – eine koordinative Challenge. Der große See taut indes auf, an Langlaufen und Autofahren ist darauf nicht mehr zu denken. An Skifahren in Wahrheit auch nicht mehr so recht, aber immerhin ist WM, da kann man nichts machen. Ganz fair könne es halt nicht ablaufen, hieß es gestern so nett. Ein Freiluftsport eben. In dem Fall: noch einmal kräftig einatmen.

FIS-Präsident Kasper hat keinen Favoriten bei den Olympia-Bewerbern

Skiweltverbandspräsident und IOC-Ehrenmitglied Gian Franco Kasper hat bei den beiden verbliebenen Olympia-Bewerbern Stockholm und Mailand keinen Favoriten. „Beide Orte haben sehr, sehr viel Erfahrung mit Weltcups in allen unseren Disziplinen. Was immer rauskommt, für uns ist es kein Problem“, sagte der Schweizer in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Ski-WM in Are.

Beide Bewerbungen für die Winterspiele 2026 haben und hatten Schwierigkeiten, die notwendigen politischen Zusagen zu bekommen. Auf die Frage, wie groß die Gefahr sei, dass am Ende keiner von beiden die Olympischen Spiele ausrichten könne, antwortete Kasper: „Ich würde die Frage gerne beantworten. Wenn ich es denn wüsste. Die Gefahr besteht natürlich, ist aber nicht mehr ganz so groß.“

Roman Stelzl:

WM-Tagebuch: Ganz wie der Marcel

Die Grippe in Schweden, so sagt man, ist eine ganz hartnäckige. Das muss man dieser Tage am eigenen Körper erfahren. 39 Grad Fieber, Halsweh, Kopfweh, dazu Gliederschmerzen. Ein Tag im Bett also – und das kam einem gestern ganz schön bekannt vor. Marcel Hirscher hatte sich, die Massen meidend, mit einer Audionachricht an die Journalisten gewandt. Gut klang Österreichs Ski-Star nicht. Ganz und gar nicht. Er wolle alles tun, um fit zu werden. Allzu rosig sehe es aber nicht aus. 

Wer den Salzburger als oftmaligen Tiefstapler kennt, der weiß, dass das alles heißen kann. Bleibt nur die Hoffnung, dass ihn der „grippale Infekt“ weniger hart streift als den Autor dieser Zeilen. Denn der durfte Bekanntschaft machen mit dem kleinen „hälsocentral“, zu Deutsch Gesundheitszentrum. Wer Beschwerden hat, wird hier von den in Schweden gewohnt netten Leuten ab 8 Uhr morgens in Empfang genommen. Schnell und unkompliziert, gegen 300 Schwedische Kronen Patientengebühr (ca. 28 Euro), geht es zügig voran. Die Ruhe im WM-Ort macht trotz wechselhaften Bedingungen auch keinen Halt vor dem Gesundheitszentrum. Liegt wohl auch daran, dass die meisten Athleten ihre eigenen Teamärzte dabei haben – im deutschen Skiverband sind es derer gleich drei. Ob die mehr zu tun haben, lassen wir an dieser Stelle dahingestellt. 

Mit erwarteter Diagnose (grippaler Infekt) und dem Anraten zur Ruhe (einfacher gesagt als getan) geht es wieder raus aus dem Gesundheitszentrum. Bleibt nur zu hoffen, dass Hirschers Krankheit ein gutes Zeichen ist, nachdem er Ähnliches auch schon vor zwei Jahren bei der WM in St. Moritz erlebt hatte – um damals zwei Goldene zu gewinnen. Damals wie gestern musste auch ich für einen Tag das Bett hüten, im Übrigen meine letzte Erkrankung. Es soll ein gutes Zeichen sein. Denn eine WM ohne Marcel Hirscher wäre wie eine Suppe ohne Salz: fad.

Neues Helm-Design bei Hirscher

Hoffentlich ist Marcel Hirscher rechtzeitig fit, um den Helm in Aare auch tragen zu können. 

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