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Valverde gewinnt Rad-Thriller im Sprint.

Rad-WM 2018

Das große Finale bei der Rad-WM in Tirol

So etwas hat Tirol noch nie erlebt. Mit dem heutigen Herren-Rennen vor 275.000 Zuschauern ging die Rad-WM in Innsbruck zu Ende. Insgesamt säumten damit rund 600.000 die Strecken während der Bewerbe in Tirol. 

Gold holte sich am Sonntag nach 258,5 km von Kufstein nach Innsbruck mit sieben Runden über die Olympia-Runde und dem finalen Anstieg in die Höttinger Höll der Spanier Alejandro Valverde.  

Der Routinier setzte sich in einem Vierer-Sprint vor Romain Bardet (FRA), Michael Woods (CAN) und Tom Dumoulin (NED) durch. 

Das Tiroler WM-Highlight:

Die Tirolerin Laura Stigger holte am Donnerstag im Straßenrennen der Juniorinnen sensationell die Goldmedaille. Die 18-Jährige hatte eine größere Spitzengruppe mit einem Anstieg gesprengt und sich nach 71,7 km in einem Sprint der Top vier durchgesetzt. Es war ihr erst zweites Straßenrennen. Stigger ist eigentlich Mountainbikerin und da mehrfache Welt- und Europameisterin. 

Alle Weltmeister auf einen Blick:

  • Straßenrennen Herren Elite (Kufstein - Innsbruck/285,5 km): Alejandro Valverde (ESP)
  • Straßenrennen Damen Elite (Kufstein - Innsbruck/156 km): Anna van der Breggen  (NED)
  • Straßenrennen Herren U23 (Kufstein - Innsbruck/179,9 km): Marc Hirschi (SUI)
  • Straßenrennen der Junioren (Kufstein - Innsbruck/126,8 km): Remco Evenepoel (BEL)
  • Straßenrennen der Juniorinnen (Rattenberg - Innsbruck/71,7km): Laura Stigger (AUT)
  • Zeitfahren Herren (Rattenberg - Innsbruck/52,5 km): Rohan Dennis (AUS)
  • Zeitfahren Damen (Wattens - Innsbruck/27,8 km): Annemiek van Vleuten (NED)
  • Zeitfahren Herren U23 (Wattens - Innsbruck/27,8 km): Mikkel Bjerg (DEN) 
  • Zeitfahren Junioren (Wattens - Innsbruck/27,8 km): Remco Evenepoel (BEL) 
  • Zeitfahren Juniorinnen (Wattens - Innsbruck/20 km): Rozemarijn Ammerlaan (NED) 
  • Team-Zeitfahren, Damen (Ötztal/Area 47 - Innsbruck/54,5 km): Canyon (GER)
  • Team-Zeitfahren, Herren (Ötztal/Area 47 - Innsbruck/62,8 km): Quick-Step (BEL)
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WM geht mit Rad-Fest zu Ende: Valverde-Triumph vor 275.000 Fans

Einer der großen alten Männer des Radsports hat am Sonntag beim Straßenrennen der Rad-WM in Tirol triumphiert. Der Spanier Alejandro Valverde krönte sich 15 Jahre nach seinem ersten Edelmetall zum Champion, die siebente Medaille war endlich aus Gold. 

Rad-Party mit 275.000 Zuschauer

275.000 Zuschauer an der Strecke machten den Höhepunkt der Titelkämpfe zu einem wahren Rad-Fest. Wie von Klassikern oder der Tour de France bekannt, säumten die Fans in dichten Reihen vor allem die Schlüsselstelle des Olympia-Kurses entlang des Anstiegs über Aldrans und Lans nach Igls. 

Sprintsieg von Valverde vor Bardet

Jubeln durfte einer der Topfavoriten: Valverde setzte sich im Vierer-Sprint vor dem Franzosen Romain Bardet und dem überraschend starken Kanadier Michael Woods durch, der im finalen Anstieg zur Höttinger Höll mit das Tempo bestimmt hatte. Dem auf dem letzten Kilometer aufschließenden Tom Dumoulin blieb nur der vierte Rang.

Valverde gehört noch einer früheren, umstrittenen Generation des Radsports an und auch in seiner erfolgreichen Karriere scheint ein unrühmliches Kapitel auf. Den italienischen Anti-Doping-Jägern ist es zu verdanken, dass ihm durch einen DNA-Abgleich eine Zusammenarbeit mit dem u.a. Blutdoping praktizierenden spanischen Arzt Eufeniamo Fuentes 2006 nachgewiesen und er 2010 für zwei Jahre gesperrt wurde.

Seither hat Valverde wieder unzählige Siege gefeiert, am Sonntag hängte ihm Triple-Weltmeister Peter Sagan, der das Rennen aufgab, die Goldmedaille um. 

Valverde nahm die Ehrung mit Tränen in den Augen entgegen. Seit 2003 hatte er bei Weltmeisterschaften zweimal Silber und viermal Bronze geholt, zuletzt 2014.

 "Ich habe viele Jahre gekämpft, jetzt habe ich es endlich geschafft." 

Sagan hatte auf der schwierigen Strecke im Anstieg nach Igls schon 100 Kilometer vor dem Ziel abreißen lassen. Wenig später stieg der 28-jährige Slowake vom Rad. 

Österreicher weit zurück

Auch Österreichs Hoffnungen erfüllten sich nicht: Michael Gogl wurde 45, Kapitän Patrick Konrad landete ebenfalls von Krämpfen geplagt an der 59. Stelle.

Lukas Pöstlberger, Georg Preidler, Georg Mühlberger und Felix Großschartner waren schon zuvor ausgestiegen. Die Österreicher hatten in der überraschend offensiv bestrittenen ersten Phase viel Führungsarbeit geleistet.

Valverde auf dem "Highway to Höll"

Der Weltmeister!

Der spanische Altmeister Alejandro Valverde holte sich im hohen Sportler-Alter von 38 Jahren seinen ersten Weltmeistertitel.

So sehen Sieger aus

Die drei Medaillengewinner auf einen Blick:

Fairer Sportsmann

Der entthronte Weltmeister Peter Sagan ließ es sich nicht nehmen, dem neuen Rad-Champion die Goldmedaille zu überreichen. Starke Geste des Slowaken!

Das Ergebnis auf einen Blick

Herren-Straßenrennen (258 km/4.681 Höhenmeter) von Kufstein nach Innsbruck:

1. Alejandro Valverde (ESP) 6:46:41 Stunden (38,064 km/h)
2. Romain Bardet (FRA)
3. Michael Woods (CAN) 

Weiter: 4. Tom Dumoulin (NED) alle gleiche Zeit - 5. Gianni Moscon (ITA) + 13 Sek. - 6. Roman Kreuziger (CZE) 43 - 7. Michael Valgren (DEN) - 8. Julian Alaphilippe (FRA) - 9. Thibaut Pinot (FRA) - 10. Rui Costa (POR) alle gleiche Zeit - 45. Michael Gogl (AUT) 5:56 Minuten

Überraschungsmann

Der kanadische Außenseiter Michael Woods überraschte sich mit seiner Leistung und Bronze wohl selbst am meisten.

Die Weltmeister seit 2008

2008 Varese (ITA): Alessandro Ballan (ITA)
2009 Mendrisio (SUI): Cadel Evans (AUS)
2010 Geelong (AUS): Thor Hushovd (NOR)
2011 Kopenhagen (DEN): Mark Cavendish (GBR)
2012 Valkenburg (NED): Philippe Gilbert (BEL)
2013 Florenz/Toskana (ITA): Rui Costa (POR)
2014 Ponferrada (ESP): Michal Kwiatkowski (POL)
2015 Richmond (USA): Peter Sagan (SVK)
2016 Doha (QAT): Peter Sagan (SVK)
2017 Bergen (NOR): Peter Sagan (SVK)
2018 Innsbruck: Alejandro Valverde (ESP)

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