Story Icon
liveticker
Der über die Ufer getretene Inn hat die Landwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen. Im Bild eine Luftaufnahme von der Situation im Unterland.

Hochwasser in Tirol

Hochwasser am Inn: Aufatmen in Tirol

Schneeschmelze und lokale Gewitter haben Mitte der Woche in Tirol die Pegel von Bächen und Flüssen dramatisch ansteigen lassen. Einsatzorganisationen hatten im ganzen Land alle Hände voll zu tun. Mittlerweile hat sich die Lage am Inn entspannt, die Sicherheitsvorkehrungen bleiben dennoch aufrecht.

Der Überblick:

  • Die Hochwassersituation in Tirol hat sich weitgehend entspannt. In Innsbruck liegt der aktuelle Wasserstand mittlerweile rund 1,12 Meter unterhalb des Höchstwertes von 6,32 Metern am Mittwoch. 
  • Auch an zahlreichen weiteren Messstellen wie Magerbach, Telfs oder Schwaz ist der Wasserstand um teils über einen Meter zurückgegangen.
  • Die Tiroler Einsatzkräfte bleiben in Alarmbereitschaft - durch hohe Temperaturen kommt es wieder zu mehr Schmelzwasser und somit voraussichtlich auch wieder zu einem Anstieg der Pegel.

🔗 >> Zu den aktuellen Pegelständen in Tirol

Weniger anzeigen
Live

Aktuelle Straßensperren in Tirol

Straßensperren:

  • L215 Unterinntal Landesstraße Totalsperre zw. Jenbach und Stans

Bahnunterführung Sperre:

  • Bahnunterführung Wörgl Poststraße-Raimund Federer Straße – örtl. Umleitung vorhanden  

Radwege Sperren:

  • Inntal Radweg linksseitig Höhe ATIB.Moschee und linksseitig Endach in Richtung Langkampfen
  • Inntal Radweg Niederbreitenbach (Dornau) bis Kufstein
  • Inntal Radweg Gertraudi/Brixlegg und Rattenberg
  • Inntal Radweg New Orleans Brücke bis GH Badl
  • Inntal Radweg ab Volders/Baumkirchen bis Wattens
  • Inntal Radweg ab Kematen bis Innsbruck
  • Inntal Radweg Bereich Stadtgemeinde Kufstein zwischen Schwimmbad und Fa. MUT
  • Inntal Radweg zwischen Terfens und Pill südlich der Bahnstrecke

Brückensperren:

  • Rad- und Fußgängerbrücke in Vomperbach, Behelfsbrücke zwischen Altmahd und Vomperbach
  • Fußgängerbrücke Fischergries bei NMS in Kufstein
  • Fußgängerbrücke in Kufstein/Endach
  • Terfnerweg als Verbindungsstraße zwischen Terfens und Fritzens

Ton in Diskussion um Hochwasserschutz im Unterinntal wird rauer

Das Innhochwasser von Mittwoch hat in Wörgl die Alarmglocken laut schrillen lassen. Gerhard Unterberger, Stadtarzt Josef Schernthaner und Willi Aufschnaiter von der Anrainer-Initiative, die sich nach dem Hochwasser 2005 formierte, machten ihrem Ärger Luft. Seit 14 Jahren warten sie und Hunderte Wörgler des betroffenen Stadtteils sowie andere Innanrainer auf Schutz – obwohl er immer wieder versprochen worden sei. Auch von LH Günther Platter. Den forderten sie auf, durchzugreifen.

Brückensperren in Innsbruck wieder aufgehoben

Nachdem der Pegel des Inn wieder zurückgegangen ist, wurden im Laufe des Freitags die Brückensperren wieder aufgehoben. Auch die Karwendelbrücke ist also nun wieder begehbar.

Aktuelle Straßensperren in Tirol

Aufgehobene Straßensperren in Tirol:

  • B171 Tiroler Straße zw. Kranebitten und Zirl
  • Inntal-Radweg Hall in Tirol Höhe GH Badl bis Volders
  • Emile-Bethouard-Steg (Innsbruck) 
  • Hans-Psenner-Steg (Innsbruck)
  • Fußgängerbrücke Hall in Tirol GH Badl/Untere Lend
  • Hans-Flöckinger-Promenade in Innsbruck
  • Badgasse und Herrengasse sowie Sperre im Bereich der Herzog-OttoStraße in Innsbruck

Nach wie vor gesperrt:

  • L215 Unterinntal-Landesstraße zwischen Jenbach und Stans 
  • Bahnunterführung Wörgl Poststraße - Raimund Federer Straße (Umleitung vorhanden)
  • Inntal-Radweg linksseitig auf Höhe der ATIB-Moschee und linksseitig Endach in Richtung Langkampfen
  • Inntal-Radweg Niederbreitenbach (Dornau) bis Kufstein durchgehend
  • Inntal-Radweg St. Gertraudi/Brixlegg und Rattenberg
  • Inntal-Radweg New-Orleans-Brücke bis GH Badl
  • Inntal-Radweg ab Volders/Baumkirchen bis Wattens
  • Inntal-Radweg ab Kematen bis Innsbruck
  • Inntal-Radweg Bereich Stadtgemeinde Kufstein zwischen Schwimmbad und Fa. MUT
  • Inntal-Radweg zwischen Terfens und Pill südlich der Bahnstrecke
  • Rad- und Fußgängerbrücke in Vomperbach, Behelfsbrücke zwischen Altmahd und Vomperbach
  • Fußgängerbrücke Fischergries bei NMS in Kufstein
  • Fußgängerbrücke in Kufstein/Endach
  • Terfnerweg als Verbindungsstraße zwischen Terfens und Fritzens

Abflusskapazität infolge von Pegelrückgang, Lage insgesamt stabil

„Da heute keine Niederschläge zu erwarten sind und die Temperaturen im Gebirge stabil sind, was zu einer langsameren Schneeschmelze führt, bleibt die Lage derzeit insgesamt stabil. Die Schneeschmelze wird sich aber fortsetzen und in Kombination mit Niederschlägen wird die Wasserführung weiterhin auf hohem Niveau sein“,

berichtet Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes. Mit Blick auf die weiteren Tage erklärt Klaus Niedertscheider vom Sachgebiet Hydrographie und Hydrologie des Landes:

„Der Inn führt derzeit insgesamt wieder weniger Wasser. Mit der Schneeschmelze wird es zwar wieder zu Wasserstandsanstiegen kommen, doch sind im Inn wieder Abflusskapazitäten infolge des derzeitigen Pegelrückganges frei - sollte es zu lokalen Gewittern am Wochenende kommen.“

❓ Wie entsteht Hochwasser eigentlich? Die ZAMG klärt auf

Gewitter am Wochenende erwartet

Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) ist am Wochenende mit durchziehenden Gewittern zu rechnen. Am Samstag liegt ihr Schwerpunkt mit punktuellem Starkregen voraussichtlich am Alpennordrand sowie im Unterland – und nicht im Einzugsgebiet des Inns.

Der Sonntag wird ein insgesamt durchwachsener Tag, sodass immer wieder Schauer bzw. Gewitter auftreten werden. Stärkerer Regen ist aber nur kleinräumig zu erwarten. Die Auswirkungen auf die Wasserführung des Inns sind laut den Experten begrenzt.

📃 Nachlese | Mit dem Pegel sank auch die Anspannung

Keller und Tiefgaragen wurden überflutet, Felder überschwemmt. Die ganz große Katastrophe blieb aber aus. Am Tag nach dem Höhepunkt des Inn-Hochwassers waren in Tirol Aufräumen und Aufatmen angesagt.

🔗 Zum Artikel:

Pegel 1,2 Meter unterhalb des Höchstwertes vom Mittwoch

Auch heute sinken die Pegelstände entlang des Inns: In Innsbruck beispielsweise liegt der aktuelle Wasserstand rund 1,2 Meter unterhalb des Höchstwertes vom Mittwoch. Auch an zahlreichen weiteren Messstellen wie Magerbach, Telfs oder Schwaz ist der Wasserstand um teils über einen Meter zurückgegangen.

„Die Pegel sinken – es kann von einer langsamen Entspannung gesprochen werden. Es bleiben aber trotzdem alle Sicherheitsvorkehrungen aufrecht sowie alle Kräfte einsatzbereit",

so LH Günther Platter und LHStv Josef Geisler in einer Aussendung.

Grießenbach in Jenbach fließt wieder selbstständig in den Inn

In Jenbach hatten die Feuerwehren am Mittwoch und Donnerstag alle Hände voll zu tun, um den Grießenbach in Schach zu halten. Wegen des steigenden Inn-Pegels konnte der Bach nicht mehr selbstständig abfließen und drohte Wohnsiedlungen sowie das Betriebsgelände der Firma Innio Jenbacher zu überfluten.

Nun wurde Bilanz gezogen: Rund 150 Einsatzkräfte standen quasi 30 Stunden lang im Dauereinsatz und pumpten bis Donnerstag um 15 Uhr rund 62 Kubikmeter (bzw. 3,7 Millionen Liter Wasser) pro Stunde ab. Fünf Großpumpen standen zur Verfügung. Am Einsatz beteiligt waren die FF Jenbach, die Betriebsfeuerwehr Innio Jenbacher, die FF Strass im Zillertal mit Großpumpe (6000 Liter), die Kufsteiner Stadtfeuerwehr mit Großpumpe (6000 Liter), die FF Buch in Tirol sowie die Stadtfeuerwehr Bad Tölz mit drei Großpumpen (1 x 23.000 Liter, 2 x 6000 Liter).


Mehr Beiträge laden
Hochwasser in Tirol