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Tirols Grünen-Kandidatin Barbara Neßler im TT-Chat.

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Chat mit Tirols Grünen-Kandidatin Barbara Neßler

Am 29. September wird nach dem Bruch der ÖVP-FPÖ-Koalition der Nationalrat neu gewählt. Im Vorfeld stellen sich wieder Tirols Spitzenkandidaten im Chat auf TT.com den Leserfragen. Start war am Freitag (10 bis 11 Uhr) mit Barbara Neßler von den Grünen.

Hier gibt es alle Fragen und Antworten zum Nachlesen:

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Ticker Beendet

Jetzt in chronologischer Reihenfolge lesen

Das Chatprogramm auf TT.com

  • Barbara Neßler (Grüne): Freitag, 23. August (10-11 Uhr)
  • Johannes Margreiter (NEOS): Montag, 26. August (10-11 Uhr)
  • Peter Wurm (FPÖ): Freitag, 30. August (10-11 Uhr)
  • Selma Yildirim (SPÖ): Dienstag, 3. September (10.30-11.30 Uhr)
  • Margarete Schramböck (ÖVP): Freitag, 6. September (10-11 Uhr)

Frage

Hallo Frau Neßler, was hat Sie als junger Mensch dazu bewegt in die Politik zu gehen?

Barbara Neßler:

Es gab einen Moment in meinem Leben, da hab ich sehr viel reflektiert. Was will ich? Was ist mir im Leben wichtig? Und für mich war dann klar: "Ich will die Welt besser verlassen, als ich sie vorgefunden habe". Darum habe ich mich für die Politik entschieden. Die Politik gibt einem dazu einen Handlungsspielraum, genau das zu tun.

Frage

Liebe Frau Neßler. Ich habe das Gefühl in unserem Land herrscht große Politikverdrossenheit. Ich denke, das liegt auch daran, dass wir uns nicht darauf verlassen können, dass unsere Politik immer die notwendigen Qualifikationen und Kompetenzen für dieses Amt mitbringen. Was haben Sie dem entgegen zu halten oder wo sehen Sie Ihre Kompetenzen?

Barbara Neßler:

Danke für die Frage. Ich habe allerdings, besonders bei jungen Menschen, nicht das Gefühl, dass große Politikverdrossenheit herrscht. Jeden Freitag gehen tausende junge Menschen auf die Straße, um für Klimaschutz zu demonstrieren. Für uns ist das schön, weil wir zum ersten Mal nicht allein sind, mit unserem kompromisslosen Einsatz für Umwelt- und Klimaschutz. Gemeinsam mit ihnen wollen für eine Zukunft kämpfen. Den wir sind die letzte Generation, die die Klimakrise stoppen kann.

Ich weiß aber, was sie meinen. Gerade in der jetzigen Situation, hegen viele ein Misstrauen gegenüber der Politik. Das kann ich absolut nachvollziehen. Gerade in Zeiten von Ibiza, stellt sich mir auch die Frage: "Wie können sich Bürger und Bürgerinnen auf unsere Demokratie, auf den Rechtsstaat verlassen, wenn Politik von Millionenbeträgen bestimmt wird?" Was es braucht ist Kontrolle. Es braucht vollste Einsicht vom Rechnungshof! Genau darum ist es wichtig, dass wir den Wiedereinzug schaffen, damit genau solchen höchst bedenklichen Sachen ein Ende bereitet wird.

Frage

Letzte Woche war zu lesen, dass Landeshauptmann-Stellvertreterin Frau Ingrid Felipe mit der Kurz-ÖVP liebäugelt. Verrät man da nicht alle Grundsätze, gerade was den Umweltschutz betrifft? Wofür stehen die Tiroler Grünen noch?

Barbara Neßler:

Wir sind derzeit nicht im Parlament. Unser Ziel ist es, den Wiedereinzug zu schaffen. Wir starten bei 3,8%. Uns geht es darum, dass eine Stimme für Klimaschutz zurück ins Parlament gebracht wird, dass es Anstand und Kontrolle zurück ins Parlament schaffen. Und zur Kurz-ÖVP kann ich nur sagen: Solange Klimaschutz nicht ernst genommen wird, solange Kinderarmut vorangetrieben wird, solange leistbares Wohnen nicht als Grundrecht verstanden wird,... solange fehlt mir, wie Werner Kogler auch, die Phantasie. Und genau das hat Ingrid auch gemeint, nur wurde das anders interpretiert.

Frage

2017 fand ich es schade, dass die Grünen den Einzug verpasst haben, wo ich sie doch gewählt habe. Was mir aber bei dieser Wahl sauer aufstößt: Man setzt sich als Partei auf Projekte wie das Luisa-Projekt in Innsbruck oder auch auf die “Fridays for Future”-Demos drauf und tut so als käme das alles von einem selbst. Wie wollen mir die Grünen ihre Glaubwürdigkeit beweisen?

Barbara Neßler:

Danke für die Frage. Zum LUISA-Projekt ganz kurz: Das Projekt das ich politisch initiiert habe und vom Klum aus jungen Gastronomen und Kulturschaffenden umgesetzt wurde, war ein wichtiger Schritt was den Gewaltschutzbereich anbelangt. 35% haben in Österreich bereits sexualisierte Gewalt erlebt. 25% haben sexualisierte Gewalt in der Kindheit erlebt. Nur 8% haben eine Anzeige erstattet. Wenn wir das ganz kurz historisch betrachten: Erst 1989 wurde Vergewaltigung in der Ehe strafrechtlich verankert. Sexuelle Belästigung wurde erst 2016 (Paragraf 218) strafrechtlich verboten.

Was ich damit sagen will: Es ist wichtig, dass die Politik bei jeder Form von Gewalt Verantwortung übernehmen muss. Und zwar in jedem Bereich. LUISA-ist-Hier ist ein Hilfs- und Sicherheitskonzept, das direkte und unmittelbare Hilfe im Nachtleben gibt. Gerade auch dort erleben Frauen sexualisierte Gewalt. Wir sind die erste Stadt in Österreich, die hier Verantwortung übernommen hat - und darauf darf man stolz sein.

Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die Türkise-FPÖ Bundesregierung im Gewaltschutzbereich massiv gekürzt hat. Mir ist wichtig, dass wir keine Frau alleine lassen - und dafür werden wir uns in Zukunft auch vermehr einsetzen!

Und zu FFF - ich bewundere diese jungen Menschen, die sich jeden Freitag auf die Straße stellen und für ihre Zukunft kämpfen - und da wir für die gleiche Sache kämpfen, freut mich das umso mehr.

Frage

Im Raum Innsbruck/Innsbruck Land ist es mittlerweile auch für gutverdienende Menschen nicht mehr möglich sich eine neue 3-4 Zimmer Eigentumswohnung anzuschaffen. Private Bauträger lassen unzählige Wohnungen in Neubauprojekten lieber monatelang (wenn nicht jahrelang) leer stehen, anstatt diese zu einem niedrigeren Preis zu verkaufen bzw. werden diese Wohnungen großteils von Investoren in großen Paketen aufgekauft.

Welche konkreten Vorhaben für leistbares Wohnen sind angedacht (speziell hinsichtlich dem Erwerb von Eigentum)?

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