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In diesem Einfamilienhaus spielte sich die schreckliche Tat ab.

Ticker-Nachlese

Das war die Pressekonferenz zum Fünffachmord in Kitzbühel

Nach der unfassbaren Beziehungstat in Kitzbühel, bei der fünf Menschen getötet wurden, hat das Tiroler Landeskriminalamt Sonntagmittag über den aktuellen Stand der Ermittlungen informiert.

Ein 25-Jähriger stellte sich früh morgens der Polizei. Mit der Waffe seines Bruders erschoss er seine Ex-Freundin (19), ihre Eltern, ihren Bruder und ihren neuen Freund. Das Motiv der Tat war offenbar Eifersucht – vor rund zwei Monaten hatte die 19-Jährige die Beziehung zu dem Mann beendet.

Der junge Einheimische war weder vorbestraft noch polizeilich bekannt. "So eine Eskalation war nicht annähernd absehbar", sagte LKA-Chef Walter Pupp.

Die Pressekonferenz in der Ticker-Nachlese:

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Noch wird gewartet

Die Medienvertreter im Kitzbüheler Rathaus warten noch. Gleich geben die Einsatzkräfte erste Auskünfte.

Es geht los

Die Tatortarbeit ist derzeit noch im Gang. Die Einvernahmen laufen. Bei der Krisenintervention sind zwölf Mitarbeiter im Einsatz, vor allem für die Betreuung der geschockten Verwandten, aber auch für die Polizisten.

Heute kurz vor 6 Uhr früh wurden 25 Einheiten aus dem Bereich Kitzbühel zur Polizeiinspektion beordert, nachdem der Täter eine Pistole und ein Messer auf den Tresen der Polizeiinspektion gelegt und gesagt hat: "Ich habe soeben fünf Personen getötet."

Als die Polizei am Tatort eintraf, konnte sie nur noch den Tod der fünf Personen feststellen.

Im Wohnhaus lebte ein 19-jähriges Mädchen, das vor etwa zwei Monaten die Beziehung zum Tatverdächtigen beendet hatte. Offenbar hatte sie einen neuen Freund. Gestern Nacht gab es ein Zusammentreffen in einem Lokal, was zum Streit zwischen der jungen Frau und ihrem Ex-Freund führte. Danach trennten sich die Wege vorerst.

In den frühen Morgenstunden soll der junge Mann dann zu dem Wohnhaus gefahren sein. Der Vater hat die Tür geöffnet, seine Tochter kam hinzu und es kam zum Wortgefecht. Der Vater forderte den Mann dann auf, zu gehen. Dann fuhr er nach Hause, holte sich die Schusswaffe seines Bruders und kehrte gegen 5.30 Uhr zum Haus seiner Ex-Freundin zurück.

Dann tötete er den Vater, die 51-jährige Mutter und den 25-jährigen Bruder des Mädchens. Dann wollte er in die Einliegerwohnung des Hauses eindringen, wo sich die 19-Jährige mit ihrem Freund befand.

Der Täter verschaffte sich schließlich über den Balkon Zugang zu der Wohnung – er schlug die Fensterscheibe ein. Dann erschoss er die 19-Jährige und ihren Freund.

Der junge Mann kennt sich im Haus sehr gut aus, weil er dort auch offenbar mehrere Monate gemeldet war. Daher wusste er auch, wo sich die Personen in der Nacht aufhielten.

Noch wissen die Ermittler nicht, wer der neue Freund der 19-jährigen war. Daher gibt es dazu vorerst keine Auskünfte.

Der 25-Jährige wurde am Vormittag einvernommen. Er ist umfassend geständig.

Es gibt derzeit keinen Hinweis auf weitere Täter, der Mann handelte demzufolge allein. Das Motiv liege laut Polizei im Bereich "Beendigung einer Liebesbeziehung".

Der Mann war zum Tatzeitpunkt nicht alkoholisiert, seine Blutwerte würden auf diverse Substanzen untersucht.

Der junge Mann lebt bei seiner Familie. Sein Bruder besaß die Waffe legal und diese ist auch registriert. Die Pistole war in einem Tresor eingschlossen – wie der 25-Jährige diesen öffnen konnte, ist unklar.

Der 25-jährige Einheimische ohne Migrationshintergrund ist polizeilich nicht vorbestraft und es gab auch keine polizeiliche Vorgeschichte. Er sei als "ruhige Person" bekannt. Vor vielen Jahren hatte er aufgrund "kleinerer Delikte" Kontakt mit der Polizei. LKA-Chef Walter Pupp:

"So eine Eskalation war nicht annähernd absehbar."

Pupp sagt, dass man bei Neuigkeiten in dem Fall proaktiv an die Medien herantreten werde.

Bezirkspolizeikommandant Martin Reisenzein schildert, dass Nachbarn die Schüsse gehört hätten. Sie werden noch befragt.

Der junge Mann übergab die Tatwaffe direkt an die Polizisten und schilderte seine Tat. Er hätte sich "ganz normal" mitgeteilt und die Tat "ruhig kommuniziert". Auf der Polizeiwache erschien er gegen 6 Uhr, also nur kurze Zeit nach der Tat.

Es handelte sich bei den Waffen um die genannte Pistole und ein Messer. Inwieweit das Messer bei der Tat eine Rolle gespielt habe, ist unklar. Die Gerichtsmedizin überprüft auch dies.

Reisenzein sagte:

"In meiner 20-jährigen polizeilichen Laufbahn kann ich mich an nichts derartiges wie diese Bluttat erinnern."
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