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Christoph Puelacher zu Gast im TT-Chat.

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Lungenfacharzt Puelacher heute im TT-Chat

Christoph Puelacher, Lungenfacharzt in Telfs und Innsbruck, betreut heuer am Welt-COPD-Tag vier Patienten, die zu Fuß auf die Bergiselschanze gehen. >> Mehr dazu hier

Am Dienstag war Puelacher von 13 bis 14 Uhr bei der TT zu Besuch. In dieser Zeit beantwortete er im TT-Chat Leserfragen zur chronischen Lungenerkrankung.

Die Nachlese gibt es hier:

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Chat beendet

Damit ist der TT-Chat mit Lungenfacharzt Christoph Puelacher beendet. Wir bedanken uns für die vielen Leserfragen!

Christoph Puelacher:

Der Hauptunterschied zwischen COPD und Asthma liegt darin, dass bei Asthma kein Gewebeverlust in der Lunge und im Bronchialsystem auftritt. Das Tückische bei COPD ist der schleichende Verlust von Lungenbläschen. Auch der Bronchialbaum verliert zunehmend seine Verästelung und damit entstehen die schweren Beeinträchtigungen.

Ursachen des Asthmas sind überwiegend Allergien, die Ursachen der COPD liegen überwiegend bei Nikotin- und gastroösophagealer Reflux-Krankheit.

Frage

Was ist der Unterschied zwischen COPD und Asthma? Und wie erkenne ich ihn?

Christoph Puelacher:

Eine Exazerbation (Schub) beinhaltet eine Verschlechterung der Lungenfunktion (Atemnot), eine vermehrte Schleimbildung (Auswurf) und einen länger dauernden Husten. Frühzeitig vom Lungenfacharzt behandelt, gehen die Symptome relativ rasch zurück.

Leider warten COPD-Betroffene oft sehr lange zu und riskieren damit einen Krankenhaus-Aufenthalt. Je früher die Symptome erkannt und behandelt werden, desto weniger Schaden entsteht im Lungengewebe.

Meine Bitte an alle Betroffenen: Wenden Sie sich frühzeitig an Ihren Arzt und machen Sie - auch als "symptomloser" Raucher - regelmäßig einen Lungenfunktionstest, damit die Krankheit frühzeitig erkannt werden kann und durch Vermeiden der Auslöser sowie durch körperliches Training gestoppt werden kann.

Frage

Wie kann ich wissen, dass ich eine Exazerbation habe?

Christoph Puelacher:

Vielen Dank, dass Sie das Rauchen aufgegeben haben. Ich denke, es ist ganz wichtig, dass Ihre Lunge durch diese Schädigung nicht weiter altert.

Schnupftabak ist grundsätzlich keine sehr gute Alternative. Allerdings werden die Partikel großteils in der Nasenschleimhaut abgefangen, das Nikotin wird ebendort freigegeben und die Lungenschädigung hält sich in Grenzen. Trotzdem ist Schnupftabak zu nehmen keine Empfehlung, weil durch das Nikotin in jeder Form Organschäden im Körper auftreten können.

Frage

Ich habe COPD und das Rauchen aufgegeben. Nehme jetzt Schnupftabak zu mir. Ist das auch schlecht bei COPD?

Christoph Puelacher:

Es stimmt, dass Light-Zigaretten wesentlich tiefer inhaliert werden. Suchtraucher bevorzugen allerdings immer noch Zigaretten mit höherem Nikotingehalt.

Die Light-Zigaretten werden nicht zur vermehrten Entwicklung von COPD beitragen, allerdings sind sie kein Alibi.

Wichtig sind die Umstellung des Lebensstils, Entschleunigung, Zeit für Regeneration und Entspannung. Gar nicht zu rauchen ist immer noch die beste Vorbeugung einer Lungenerkrankung.

Frage

Tragen sogenannte Light-Zigaretten vermehrt zur Entwicklung von COPD bei? Man inhaliert dadurch tiefer und raucht öfter.

Christoph Puelacher:

Mein Zugang zur E-Zigarette ist ein geteilter. Es besteht eine potenzielle Krankheitsgefahr für Jugendliche, die unkontrolliert Liquids mit unbekannten Inhaltsstoffen (auch zum Teil selbstgemixte) konsumieren können. Damit besteht eine große Gefahr der Schädigung der jugendlichen Lungen. Natürlich kann auch die E-Zigarette bisweilen bei suchtgefährdeten Menschen den Einstieg darstellen.

Demgegenüber steht allerdings, dass bei schweren Suchtrauchern die E-Zigarette wertvolle Dienste in der Entwöhnung leisten kann.

Zusammenfassend glaube ich allerdings nicht, dass alleine durch die E-Zigarette eine neue COPD-Welle zu erwarten ist. Wir haben bereits eine COPD-Welle.

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