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Nordische Ski-WM 2017

Nordische Ski-WM 2017

Vom 22. Februar bis zum 5. März küren die nordischen Ski-Stars im finnischen Lahti ihre Weltmeister. In unserem WM-Blog gibt es einen Überblick über die Geschehnisse auf und abseits der Loipe bzw. der Sprungschanze. 

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WM-Veranstalter Seefeld übernahm in Lahti FIS-Fahne

Die Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Lahti sind Geschichte, als nächster Veranstalter bereitet sich Seefeld auf die Titelkämpfe vor. Der Tiroler Tourismusort wird vom 19. Februar bis 3. März 2019 WM-Schauplatz sein. Am Sonntag übernahmen Verantwortliche des ÖSV, des Organisationskomitees und der Gemeinde im Rahmen der Schlussfeier in Lahti die FIS-Fahne.

ÖSV-Vizepräsident Alfons Schranz erhielt die kleine Flagge aus den Händen von FIS-Präsident Gian Franco Kasper. Ein Sextett mit Bürgermeister Werner Frießer, Tourismuschef Elias Walser und ÖSV-Langlauf-Sportchef Markus Gandler erhielt anschließend von den Finnen symbolisch die FIS-Fahne. Sie wird in zwei Jahren im Stadion in Seefeld aufgezogen, wo das Motto der WM "Hand in Hand" lauten wird. Zweiter Schauplatz wird die Großschanze auf dem Innsbrucker Bergisel sein.

Eine große Seefeld-Delegation mit den Abteilungsleitern und der OK-Führung hatte in Lahti wie weitere künftige Veranstalter die von der FIS angebotenen Seminare absolviert.

Kanadier Harvey lief über 50 km zu WM-Gold

Alex Harvey hat seine Sprint-Qualitäten ausgespielt und beim WM-Abschluss das erste Einzel-Gold für Kanada im Skilanglauf erobert. Der Weltmeister von 2011 im Team-Sprint setzte sich am Sonntag im Skating-Rennen über 50 km in Lahti 0,6 Sekunden vor dem Sergej Ustjugow durch. Die Österreicher Max Hauke und Bernhard Tritscher landeten mit großem Rückstand auf den Rängen 35 und 45.

Hauke sah sich dennoch auf dem richtigen Weg. Sein Ziel eines Top-30-Platzes verfehlte der Steirer wie im Skiathlon (31.) knapp, er war aber trotz des Rückstands von 4:44,2 Minuten nicht unzufrieden. "Die schnellen Bedingungen liegen mir nicht so gut, aber es war kein schlechtes Rennen", sagte der 24-Jährige. Nach einer Nebenhöhlenoperation hatte er vergangene Saison lange aussetzen müssen, nun pirscht er sich wieder an die Besten heran. "Es fehlt in manchen Situationen noch ein bisschen das Selbstvertrauen, aber ich bin gut unterwegs", meinte Hauke.

Tritscher musste dem hohen Tempo, das vor allem die Russen Ustjugow und Alexej Tscherwotkin von Beginn an anschlugen, mehr Tribut zollen als sein Teamkollege. Die Probleme, die den Salzburger Anfang Jänner eingebremst hatten, wirkten nach. "Ich habe nach 20 Kilometern gemerkt, dass ich auf diesem Niveau nicht mitkomme", sagte der 28-Jährige, dessen Rückstand 8:20,6 Minuten betrug. "Ich habe lange gekämpft, aufgeben wollte ich nicht."

Er habe nach einem Übertraining und einer Pause nicht mehr das nötige Niveau erreicht, resümierte der WM-Sechste von 2015 (15 km Skating). Tritscher wird die Saison nun vorzeitig beenden und für nächste Olympia-Saison neu aufbauen. "Das war ein Jahr zum Vergessen, aber ich will zurück zu alter Stärke."

Stärke bewies Harvey auf dem Weg zu seiner fünften Medaille. Er skatete in dem Massenstartrennen stets im Vorderfeld und fand die beste Position, als der Norweger Martin Johnsrud Sundby auf den letzten 1,2 Kilometern die Jagd um Edelmetall so richtig eröffnete. "Das war das beste Rennen meines Lebens, es ist unglaublich", jubelte der 28-Jährige. Doppel-Weltmeister Ustjugow holte mit Silber seine fünfte Medaille in Lahti. So viele hat sonst niemand erobert.

Johnsrud Sundby bleibt hingegen weiter ohne Einzel-Gold, er musste sich mit dem fünften Rang begnügen (+3,0), Titelverteidiger Petter Northug wurde Achter (12,3). Damit blieben Norwegens Herren erstmals seit 1995 in WM-Einzelrennen ohne Gold. Für die Norsker war dieses WM-Jahr eine Pleite, was die männlichen Einzelsportler betrifft. Erstmals seit 1970 haben die Skandinavier weder bei den Nordischen noch bei den Biathleten und auch nicht bei den Alpinen einen Einzel-Weltmeister gestellt.

FIS mit der WM zufrieden

Der Internationale Skiverband FIS und die Organisatoren haben am Sonntag vor dem letzten Bewerb der 51. Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Lahti sehr zufrieden Bilanz gezogen. 180.000 verkaufte Tickets, 170 Dopingtests ohne positivem Ausgang und keine großen Wetterkapriolen zeugen davon.

"Ich habe mich sehr bemüht, etwas zu finden, worüber ich mich beklagen könnte, aber ich habe nichts gefunden", benützte FIS-Präsident Gian Franco Kasper Worte, die er auch schon bei anderen Welt-Titelkämpfen verwendet hatte. Das Organisations-Komitee habe einen exzellenten Job gemacht. "Was für die FIS wichtig ist: Bis jetzt haben elf Nationen eine Medaille gewonnen. Das ist für das Verbreiten unseres Sports wichtig", sagte der Schweizer.

Kasper zeigte sich auch sehr offen, für einen eventuellen 22. WM-Bewerb bei den Weltmeisterschaften in Seefeld vom 19.2. bis 3.3.2019. Die Seefelder möchten ja gerne, wie es auch schon in Oberstdorf 2005 und Oslo 2011 der Fall war, von beiden Schanzen Teambewerbe austragen. "Da gibt es eine Möglichkeit, ja natürlich, da müssen wir noch eine Entscheidung treffen. Aber es gibt keinen Grund, Nein zu sagen", sagte Kasper.

Auch OK-Chef Janne Leskinen war schon vor dem abschließenden 50-km-Langlaufbewerb der Herren erleichtert. "Alles ist nach Plan verlaufen, wir haben eine zweiminütige Verzögerung in einem Skisprungbewerb gehabt, das war es eigentlich. Wir haben in allen Bereichen, auch mit Besuchern und Gästen, Erfolg gehabt."

FIS-Generalsekretärin Sarah Lewis sieht den Doping-Skandal von Lahti 2001 nun überwunden. "Sie hatten seit 2001 ganz klar harte Zeiten gehabt, aber das ist nun wirklich zu den Akten gelegt." Ingesamt 170 Tests nach den Wettbewerben (davon 121 Urin, der Rest Blut) seien durchgeführt werden, zusätzlich auch 114 vor Beginn der WM.

Kasper richtete aber einen Appell an den finnischen Verband in Sachen Skispringen. "Da muss viel gearbeitet werden und ich hoffe wirklich, dass die Finnen bis Seefeld 2019 auch da wieder zurück sind. Das ist uns wichtig, da muss man viel Geld in das Skispringen investieren", sagte Kasper, der von den insgesamt sieben Welt-Titelkämpfen in Lahti nun seine vierten erlebt hat.

Ernst Vettori von WM in Lahti "hellauf begeistert"

Nach Abschluss der Schanzen-Bewerbe hat der Sportliche Leiter für Nordische Kombination und Skispringen im ÖSV, Ernst Vettori, hochzufrieden Bilanz gezogen. Seine beiden Sparten haben wie erwartet für alle Medaillen gesorgt, mit zweimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze waren es sogar die dritterfolgreichsten Weltmeisterschaften für Österreich überhaupt.

"Für mich waren es ganz tolle Weltmeisterschafen. Ich habe mich immer wohlgefühlt, es war das Publikum toll, es waren auch unsere sportliche Leistungen sehr toll. Ich bin hellauf begeistert", konstatierte Vettori gegenüber der APA - Austria Presse Agentur. Die Erfolge sprächen für das Team. "Die Konkurrenz war sehr stark, aber wir haben dagegengehalten und vor allem der Stefan (Kraft) mit den zwei Weltmeister-Titeln war natürlich unser großer König von Lahti", freute sich Vettori.

Die Saison ist natürlich noch nicht vorüber. Im aktuellen "Match" zwischen den herausragenden ÖSV-Sportlern Marcel Hirscher und Kraft hat der Alpin-Superstar mit dem Gesamt-Weltcup wieder vorgelegt. Kraft hat aber noch gute Chancen. "Stefan ist natürlich auch beim Gesamt-Weltcup noch im Rennen. Vielleicht machen wir es dem Marcel nach, der ja zwei Weltmeistertitel und den Gesamt-Weltcup gewonnen hat. Dann wird es auch wieder spannend, wer Sportler des Jahres wird", mutmaßte Vettori.

Auch Cheftrainer Heinz Kuttin konnte kaum zufriedener sein. "Wir fahren mehr als glücklich nach Hause. Unter dem Strich haben wir, seitdem ich das Team leiten darf, bei einer WM nur eine Medaille nicht geholt und sonst bei jedem Wettkampf. Das ist eine Serie, die wir haben, das ist unbeschreiblich", erklärte der Kärntner und ließ ein bisschen hinter die Kulissen blicken: "Man wird zwar oft kritisiert, aber wir geben immer sportliche Antworten. Das Team crasht intern, aber dann halten wir wieder zusammen."

Auch an Kuttin ist Hirschers Coup keinesfalls spurlos vorbeigegangen. "Marcel, Gratulation. Es ist unglaublich, ich habe mir das angeschaut, das ist ein Wahnsinn. Er ist ein Vorbild für jeden Sportler. Wie der akribisch arbeitet, und jedes Jahr Vollgas gibt", staunte Kuttin. Wie er Kraft im Vergleich dazu sieht? "Stefan ist einer, der ähnlich ist, vom Typ und Charakter her, nur muss er noch Punkte aufholen und das ist schwieriger."

Der Hero des ÖSV-Teams in Lahti hat sich genau wegen seiner noch großen Vorhaben in dieser Saison beim Feiern vorerst zurückgehalten. "Ja, das bremst natürlich auch meine Feier, weil feiern würde ich jetzt gerne ohne Ende, aber so gescheit bin ich schon. Das ist jetzt mein großes Ziel, Skiflug-Weltcup gibt es noch, da bin ich Führender, beim Gesamt-Weltcup ist es eine heiße Sache. Ich fühle mich topfit, ich bin froh, dass es gleich weitergeht am Donnerstag und dann Schlag auf Schlag geht", zeigte Kraft trotz anstrengender WM vollen Tatendrang.

Ob seine Nackenmuskulatur stark genug ist, um vier Medaillen um den Hals zu tragen? "Ja, das geht sich noch aus", sagte er grinsend. "Ich habe noch ein bisserl Substanz und genug Energie, die derhebe ich leicht."

Kraft war hauptverantwortlich für die dritterfolgreichsten Nordischen Welt-Titelkämpfe des ÖSV. "Als jetzt das Feuerwerk war, da habe ich es zum ersten Mal richtig genießen können, was da passiert ist. Was ich da erreicht habe, mit vier Medaillen heimzufliegen und bei jedem Sprung so cool zu bleiben, macht mich echt stolz." Stolz ist er übrigens auch auf Freundin Marisa: Sie hat ihre Diplomprüfung zur Krankenschwester mit ausgezeichnetem Erfolg bestanden.

Horngacher auch als Trainer in Lahti mit Gold belohnt

Vor sechzehn Jahren hatte Stefan Horngacher in Lahti mit dem ÖSV-Quartett seine zweite Skisprung-Goldmedaille erobert, am Samstag freute er sich dort auf dem Trainerturm über den Sieg des von ihm betreuten Teams Polen. Gleich in seiner ersten Saison als Cheftrainer wurde die Arbeit des Tirolers mit einem WM-Titel belohnt.

Horngacher ist keiner, der seine Freude laut herausschreit. So kommentierte er den Erfolg, den das Team nach der Siegerehrung in dem vom kommenden WM-Veranstalter Seefeld 2019 gemieteten Restaurant feierte, denn auch eher gelassen. "Es ist eine tolle Sache. Die Burschen haben viel Potenzial, sie sind in dieser Saison viel beständiger geworden", betonte der gebürtige Wörgler, der nun im Schwarzwald lebt.

Seine Athleten - den WM-Dritten Piotr Zyla hatte Horngacher schon früher als Co-Trainer betreut - hätten ihren Plafond noch nicht erreicht, betonte Horngacher. "Wir haben unsere Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft, in der körperlichen Vorbereitung und beim Material ist noch eine Verbesserung möglich."

 Der 47-Jährige hatte 14 Jahre im Hintergrund wertvolle Arbeit geleistet, ehe er erstmals in die Chefrolle schlüpfte. 2002 hatte Horngacher gemeinsam mit Heinz Kuttin unter Cheftrainer Hannu Lepistö als "Co" begonnen. Es folgten Saisonen in Polen sowie als Stützpunkt- und Co-Trainer Werner Schusters in Deutschland.

Die erste Goldmedaille für Polen in einem Skisprung-Teambewerb überhaupt steigerte die Popularität Horngachers in dem skisprungbegeisterten Land weiter. Der Start-Ziel-Sieg seines Quartetts in Lahti vor Titelverteidiger Norwegen und Österreich war kein Zufall. Denn Polen hatte zwei der drei Weltcup-Teambewerbe der Saison gewonnen und war einmal auf dem zweiten Rang platziert.

Nach der WM folgen drei weitere Stationen mit Teamkonkurrenzen und Horngacher hofft, die Führung im Nationencup zu verteidigen. 434 Punkte beträgt der Vorsprung auf Österreich. Horngacher: "Polen war noch nie unter den ersten drei. Wenn wir den Nationencup gewinnen, wäre es das Größte für mich." Und wohl auch für Team-Manager und Skisprung-Legende Adam Malysz, der Horngacher verpflichtet hatte.

Bronze für ÖSV-Skispringer

In einer spannenden Konkurrenz holten Österreichs Skispringer im Teambewerb Bronze. Für Stefan Kraft war es die bereits vierte WM-Medaille in Lahti. Der Sieg ging an Polen, Norwegen eroberte Silber. Alle Infos:

Gold für Polen, Kraft rettete den ÖSV-Adlern Bronze
Gold für Polen, Kraft rettete den ÖSV-Adlern Bronze

Erstmals in der WM-Geschichte ging Gold im Teamspringen an Polen. Stefan Kraft r...

18. WM-Titel für Björgen, Stadlober Achte

Marit Björgen ist die Skilanglauf-Königin von Lahti. Die 36-jährige Norwegerin gewann am Samstag auch ihr viertes Rennen bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften und hält nun bei der Rekordzahl von 18 Goldmedaillen. In ihrem Sog skateten Heidi Weng, Astrid Uhrenholdt Jacobsen und Ragnhild Haga zu einem Vierfach-Erfolg. Teresa Stadlober holte als starke Achte ihren zweiten Top-Ten-Platz.

Stadlober, die zuvor die Plätze sechs (Skiathlon) und zwölf (10 km klassisch) erreicht hatte, platzierte sich in ihrem dritten Rennen erneut mitten in der Weltspitze. "Es war echt ein gutes Rennen von mir", freute sich die 24-Jährige, die nur 15,5 Sekunden zurücklag. Auch Trainer-Vater Alois Stadlober war mit der Vorstellung vollauf zufrieden.

Für Teresa Stadlober war ihr tolles Abschneiden fast schon Normalität. "Bis zwölf Kilometer war es unrhythmisch und schwierig, dann war es bei den schnellen Bedingungen leichter, in der Gruppe mitzuschwimmen", sagte die Salzburgerin. Das war aber dennoch schwierig genug, denn der Reihe nach fielen Läuferinnen zurück. Bis Kilometer 26 war die Spitze auf neun Athletinnen geschrumpft.

Stadlober hielt sich meist am Ende der Gruppe, vorne diktierten Björgen und Co. fast durchwegs das Tempo. Eine Attacke zu setzen, hatte sich auch Stadlober vorgenommen. "Aber am Ende war das nicht mehr möglich." Die Neunte der Tour de Ski bilanzierte die WM jedenfalls überaus positiv. "Mit meiner Entwicklung bin ich sehr zufrieden", meinte Stadlober. "Ich freue mich auf die nächsten zwei Jahre." In Lahti hat sie ihr bisher bestes WM-Resultat (13. über 30 km in Falun) in allen drei Bewerben übertroffen.

Björgen sprengte auf den letzten zwei Kilometern das Spitzenfeld und gewann mit 1,9 Sekunden Vorsprung auf ihre zwei Teamkolleginnen. Es war der erste Triple-Sieg eines Landes, seit der Bewerb 1989 ins WM-Programm aufgenommen wurde.

Björgen hatte 2011 und 2013 ebenfalls viermal Gold erobert, nun gelang ihr das erstmals als Mutter. "Mit vier Goldmedaillen heimzufahren, ist unglaublich", sagte die sechsfache Olympiasiegerin nach dem schnellsten 30-km-WM-Rennen der Geschichte. "Lahti war während meiner Schwangerschaft immer das Ziel, ich bin sehr glücklich." Auch ein Stockbruch in einer Abfahrt war kein Hindernis für die Mutter des nun 15 Monate alten Marius gewesen.

Langlauf, Damen, 30 km Skating: 1. Marit Björgen (NOR) 1:08:36,8 Stunden - 2. Heidi Weng (NOR) + 1,9 Sek. - 3. Astrid Uhrenholdt Jacobsen (NOR) 1,9 - 4. Ragnhild Haga (NOR) 7,4 - 5. Jessica Diggins (USA) 1,4 - 6. Krista Pärmäkoski (FIN) 11,3 - 7. Charlotte Kalla (SWE) 13,9 - 8. Teresa Stadlober (AUT) 15,5 - 9. Anna Haag (SWE) 20,3 - 10. Julia Tschekalewa (RUS) 1:20,9

Emotionale WM für ÖSV-Kombinierer

Als erste der drei Sparten bei den 51. Nordischen Weltmeisterschaften in Lahti haben die Kombinierer mit dem Team-Sprint ihr vier Bewerbe umfassendes Programm abgeschlossen. Die Bilanz aus rot-weiß-roter Sicht: Team-Bronze von der Normalschanze mit einem jungen Team, zwei vierte Ränge und ein fünfter Platz. Es war mehr möglich, aber der Ausblick macht Hoffnung auf mehr.

"Ich muss sagen, es war eine sehr emotionale WM für uns. Herauszuheben ist die Medaille im Teambewerb, die für mich sehr wichtig war. Man hat gesehen, die Jugend pirscht sich heran", erklärte Cheftrainer Christoph Eugen nach Rang vier des Duos Bernhard Gruber/Wilhelm Denifl in der Abschlusskonkurrenz. "Die zwei vierten Plätze sind bitter, aber man sieht einfach, dass wir dabei sind. Das ist wichtig, gerade für die Zukunft."

Schon in zwei Jahren, bei der Heim-WM in Seefeld, könnte sich das Blatt wenden. Die überdimensionale Dominanz der Deutschen sollte bis dahin schrumpfen. Arbeitet die Zeit also für das junge ÖSV-Team? "Auf alle Fälle, die Jungen haben irrsinnig viel Erfahrung sammeln können. Speziell Mario Seidl, Mario Pommer, auch Franz-Josef Rehrl, der keinen Start gehabt hat", merkte Eugen an.

Nicht zu vergessen Team-"Baby" Paul Gerstgraser, der im Teambewerb mit starker Laufleistung die Bronzene ins Ziel brachte. Der 21-jährige Salzburger muss jetzt auch auf großen Schanzen noch ein besserer Skispringer werden. "Er hat schon gute Anlagen, es fehlt noch ein bisserl sprungtechnisches Verständnis. Er kann auch im Fliegen noch viel rausholen", sagte Eugen.

Grundsätzlich habe man die erhoffte Medaille gemacht. "Somit bin ich zufrieden mit der WM. Wir müssen weiterarbeiten, dann können wir auch wieder um mehrere Medaillen mitfighten."

Stefan Kraft erhielt zweite WM-Goldmedaille

Unter dem Jubel des ÖSV-Betreuerteams und österreichischer Fans hat Stefan Kraft am Freitag in Lahti seine zweite Skisprung-Goldmedaille im Empfang genommen. FIS-Vizepräsident Sverre Seeberg (Norwegen) überreichte dem Salzburger das WM-Edelmetall, auch ÖSV-Chef Peter Schröcksnadel durfte als Gratulant auf dem von Tausenden Zuschauern gesäumten Hauptplatz auf die Bühne.

Kraft sang bei der Bundeshymne mit und genoss die Ehrung zwischen dem Deutschen Andreas Wellinger und dem Polen Piotr Zyla sichtlich. "Da kommen die Erinnerungen an den Bewerb noch einmal hoch", sagte der 23-Jährige, der als erster ÖSV-Skispringer das WM-Double aus Normal- und Großschanze geschafft hatte. "Das ist ein besonderes Gefühl. Dafür trainiert man, und das ist dann die Belohnung."

Die Feier in dem vom ÖSV und dem kommenden WM-Veranstalter Seefeld angemieteten Restaurant fiel kurz aus. Denn schon am Samstag stand der abschließende Teambewerb der WM auf dem Programm. Da war Kraft als Schlussspringer vorgesehen.

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