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"Sprechstunde" zu Coronavirus: Expertinnen beantworteten Leserfragen

💻 Die Mikrobiologin Cornelia Lass-Flörl und die Infektiologin Rosa Bellmann-Weiler beantworteten im Live-Chat Leserfragen zum Coronavirus. Beide sind an der Uniklinik Innsbruck tätig. Hier können Sie alle Fragen und Antworten nachlesen ⬇️

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Live am Ticker

Cornelia Lass-Flörl
Rosa Bellmann-Weiler
Ticker Beendet

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Frage

In China werden Millionenstädte abgeschottet, Menschen ausgeflogen. Sind diese Maßnahmen übertrieben oder muss man vor dem neuen Virus Angst haben?

Rosa Bellmann-Weiler:

Wir sind der Meinung, dass das Bestreben dahinter liegt, maximale Sicherheit zu schaffen. Sowohl in China als auch außerhalb.

Angst haben muss man nicht, Achtsamkeit ist gefragt.

Frage

Wird sich diese Erkrankung ähnlich wie SARS wieder eindämmen? Was wäre dafür erforderlich? Oder wird das Virus die betroffenen Gebiete für Jahre in Atem halten?

Cornelia Lass-Flörl:

Es ist davon auszugehen, dass wir das Virus eindämmen - vor allem mit den Maßnahmen, die derzeit gesetzt werden. Damit gemeint sind die Maßnahmen, dass sich China abschottet, dass es sehr starke Reiseeinschränkungen gibt, dass es großzügiges Screening der Urlauber gibt, und dass es viel Aufklärung - sowohl durch telefonische Hotlines als auch im Internet - gibt.

Das Virus wird uns natürlich als Infektionserreger erhalten bleiben. Wir werden lernen, damit umzugehen.

Frage

Wann wird ein Fall derzeit zum Coronavirus-Verdachtsfall? Nur wenn der/die Betroffene (oder Kontaktpersonen) sich in China aufgehalten hat?

Rosa Bellmann-Weiler:

Ein Verdachtsfall liegt vor, wenn jemand innerhalb der letzten 14 Tage in China oder in engem Kontakt mit einem gesichert an Coronavirus Erkrankten war und klinische Symptomatik hat: Fieber, Muskelschmerzen, Husten und Atemnot aufgrund einer Lungenentzündung.

Frage

Wie soll sich jemand verhalten, der den Verdacht hegt, an dem Coronavirus erkrankt zu sein?

Rosa Bellmann-Weiler:

Er soll mit dem Hausarzt Kontakt aufnehmen (telefonisch), diesem seine Symptome schildern und erklären, warum er annimmt, infiziert sein zu können. Der Hausarzt kann dann die erforderlichen Maßnahmen einleiten.

Bei Verdacht auf eine Infektion ist anzuraten, bis zur Klärung daheim zu bleiben und größere Menschenansammlungen zu meiden (um selbst andere nicht zu infizieren).

Frage

Mich würde es interessieren, warum die Proben bei Verdacht auf das Coronavirus nach Wien geschickt werden und warum diese nicht z. B. in Tirol an der Innsbrucker Klinik untersucht werden können?

Cornelia Lass-Flörl:

Es handelt sich um einen neuartigen Erreger, dessen Diagnostik primär in Wien als Referenzzentrum etabliert wurde. Demnächst wird die Diagnostik auch in Innsbruck durchgeführt.

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