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🔴 Live-Blog zu Coronavirus

Covid-19-infizierte Lehrer sollen mit FFP2-Maske unterrichten können

🔎 Die wichtigsten Meldungen auf einen Blick:

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👩‍🏫 Polaschek bekräftigt einheitliche Regelung für Lehrer

Auch Covid-19-infizierte Lehrerinnen und Lehrer sollen mit FFP2-Maske unterrichten können, wenn sie symptomfrei sind. Das hat Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz erneut bekräftigt. Es gebe eine einheitliche Regelung des Gesundheitsministeriums für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer - diese solle auch für Pädagogen gelten.

"Wer es für sich verantworten kann, kann in die Klasse gehen. Wenn eine Lehrerin oder ein Lehrer sich gesund fühlt und das Gefühl hat, er kann in die Schule gehen, hat er die Möglichkeit wie alle anderen auch", betonte der Minister.

▶️ Man müsse sich darauf einstellen, "dass Covid uns nicht verlassen wird". Sollte aber eine Variante kommen, die ebenfalls hochansteckend ist und zu schwereren Verläufen führt, müsse man sich die Regelung erneut ansehen.

"Wir schauen, dass wir zurück in eine Art Normalität kommen", so Polaschek.

▶️ Er erinnerte daran, dass in den vergangenen beiden Jahren immer wieder das Offenhalten der Schulen eingefordert worden sei. Wenn man nun die Möglichkeit schaffe, ein Schließen von Klassen bzw. Schulen zu verhindern, indem man symptomfreien Infizierten mit Maske das Unterrichten erlaube, dann sei dies vertretbar.

▶️ Er halte es für wichtig, dass die Schulen ein integrierter Bestandteil der anderem Maßnahmen sind, meinte Polaschek. Die konkreten Regelungen für den Herbst würden wie geplant am 29. August bekanntgegeben. Bisher haben einige Bundesländer wie Wien oder Burgenland angekündigt, Covid-19-infizierte Pädagogen an den Pflichtschulen nicht in die Klassen zu schicken - dort sind sie die Dienstgeber.

▶️ Inwieweit im Herbst verstärkt CO2-Messgeräte bzw. Luftreinigungsgeräte eingesetzt werden, werde gerade noch einmal überprüft, so der Minister. Bereits im Vorjahr hatten die Schulen die Möglichkeit, mobile Luftreiniger zu beantragen. Das sei aber nur zum Teil beansprucht worden. Die Geräte seien nicht unbedingt leise und erzeugen selbst Wärme, weshalb sie teils nicht gut angenommen worden seien. Bei allen Neubauten werde aber darauf geachtet, Luftreinigungssysteme zu integrieren.

▶️ Dass die Hochschulen anders als Schulen die Möglichkeit haben, ihre Coronamaßnahmen eigenständig zu treffen, verteidigte Polaschek. Die Situation sei nicht vergleichbar: Lehrende an Unis, die zwischen vier und zehn Wochenstunden unterrichten, könnten im Fall einer symptomfreien Infektion viel leichter auf Online-Lehre umstellen, Studierende müssten bei einem etwaigen Ausfall einer Lehrveranstaltung auch nicht betreut werden.

▶️ An den meisten Unis gibt es derzeit zumindest die Empfehlung, im Fall einer Infektion nur im Ausnahmefall an die Einrichtung zu kommen. Detaillierte Regelungen für das im Oktober startende Wintersemester kommen aber erst in den nächsten Wochen.

🚍 Streit um Rauchen und Masken eskaliert: Busfahrer verletzt

Bei einem Streit mit Fahrgästen ist der Fahrer eines Linienbusses im südhessischen Groß-Gerau verletzt worden. Den ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge hatte der 50-Jährige am Montagabend mehrere junge Fahrgäste ermahnt, im Bus nicht zu rauchen und eine medizinische Maske zu tragen.

▶️  Es kam zum Streit, bei der mindestens zwei Männer im Alter von 23 und 25 Jahren den Fahrer geschlagen und getreten haben sollen. Der Mann kam nach Angaben der Polizei vom Dienstag erheblich verletzt in ein Krankenhaus. Auch die beiden alkoholisierten Verdächtigen seien mit Verletzungen in Kliniken gebracht worden. Die Polizei ermittelt, ob drei weitere Personen an dem Vorfall beteiligt waren.

🏃‍♀️ Mihambo mit Corona infiziert: Bangen um EM-Start in München

Titelfavoritin Malaika Mihambo muss nach einer Corona-Infektion um ihren Start bei der Leichtathletik-EM in München bangen. Die 28 Jahre alte Weitsprung-Weltmeisterin hat sich nach der WM in Eugene mit dem Virus infiziert, teilte ihr Management am Dienstag mit.

"Es war zwar ein milder Verlauf, aber ich habe mich müde und schlapp gefühlt und zehn Tage nicht trainiert", sagte Mihambo. "Die Quarantäne und die Symptome haben eine optimale Wettkampfvorbereitung leider unmöglich gemacht."

▶️ Ob sie bei der bei der EM antreten könne, entscheide sich im Laufe der nächsten Woche, hieß es in der Mitteilung. Die Weitsprung- Qualifikation der Frauen ist im EM-Zeitplan am Dienstag kommender Woche terminiert. Das Finale wird am 18. August ausgetragen.

📊 Corona-Zahlen überraschend angestiegen: 3332 aktive Fälle in Tirol

Nach einer längeren Periode mit sinkenden Corona-Zahlen sind die Infektionen am Dienstag wieder deutlich angesteigen. Binnen 24 Stunden wurden laut Dashboard des Landes 490 neue Corona-Fälle registriert. Dem standen 295 Genesene gegenüber. Mit Stand Dienstag, 8.30 Uhr, galten somit 3332 Personen als aktiv infiziert (Vortag: 3137).

▶️ In den vergangenen 24 Stunden wurde in Tirol kein weiterer Todesfall in Verbindung mit dem Coronavirus verzeichnet. Seit Beginn der Pandemie sind laut AGES 1353 Menschen in Tirol an oder mit dem Coronavirus verstorben. (Anmerkung: Das Land Tirol spricht von 952 Todesfällen – das Gesundheitsministerium hat jedoch die Zahl für Tirol korrigiert)

📊 Zahlen im Überblick:

  • Corona-infizierte Personen (exklusive Genesener): 3332
  • Innerhalb der letzten 24 Stunden positiv Getestete: 490
  • Innerhalb der letzten 24 Stunden Genesene: 295
  • Mittlerweile genesene Personen: 386.353
  • Bisher verstorbene Personen: 1353
  • Bisher positive Personen: 390.637

📍 Aktiv Positive in den Bezirken (Genesene in Klammern):

  • Innsbruck-Land 822 (91.841)
  • Innsbruck - Stadt 672 (63.643)
  • Kufstein 464 (57.079)
  • Schwaz 316 (41.250)
  • Kitzbühel 295 (32.510)
  • Imst 248 (32.242)
  • Lienz 194 (5499)
  • Landeck 164 (25.459)
  • Reutte 154 (16.828)

🧪 Antigentests am besten bei Symptomen

Seit Beginn der Covid-19-Pandemie sind Milliarden SARS-CoV-2-Tests verwendet worden. Am einfachsten sind die Antigen-Schnelltests. Doch diese erfassen eine Infektion vor allem, wenn Symptome für eine Covid-19-Erkrankung vorliegen. Das hat jetzt eine Auswertung von rund 150 wissenschaftlichen Studien durch das sogenannte Cochrane-Netzwerk ergeben.

▶️ Die Cochrane-Organisation ist seit vielen Jahren für das Bemühen um eine möglichst unabhängige und neutrale Einschätzung von Wert und Unwert medizinischer Verfahren und Handlungen bekannt. Die Bewertungen - vor allem Literaturübersichten - sollen Ärzten und Verantwortlichen helfen, rationale Entscheidungen für Patienten bzw. das Gesundheitssystem zu treffen.

▶️ Jacqueline Dinnes von der Test Evaluation Research Group des Instituts für angewandte Gesundheitsforschung der Universität Birmingham in Großbritannien und das übrige Autorenteam mit der Cochrane Organisation als Herausgeber haben in ihrer Analyse die Ergebnisse von 155 Test-Kohorten mit 100.462 Einzeltests auf SARS-CoV-2 - alle mittels 49 verschiedenen kommerziell erhältlichen Antigen-Schnelltest-Kits - einfließen lassen (DOI: 10.1002/14651858.CD013705.pub3). Rund 60 Prozent der Studien stammten aus Europa. 16.822 der positiven Tests konnten bezüglich vorliegender Infektion wirklich bestätigt werden.

▶️ Primär ging es um die Sensitivität der Antigentests. Unter Sensitivität versteht man den Grad der Genauigkeit, dass bei einem positiven Ergebnis auch wirklich der gesuchte Sachverhalt - in diesem Fall eine SARS-CoV-2-Infektion - vorliegt. Insgesamt ist die Sensitivität bei den Antigen-Schnelltests, bei denen das Ergebnis binnen weniger Minuten verfügbar wird, relativ gut. Das gilt aber nur für Personen, die verdächtige Covid-19-Symptome abklären wollen: Hier lag die Genauigkeit bei 73 Prozent. Hingegen betrug die Sensitivität bei asymptomatischen Personen mit SARS-CoV-2-Infektion nur noch 54,7 Prozent.

▶️ Am besten schlagen die Tests bei Symptomen innerhalb der ersten Woche nach Beginn ihres Auftretens an: Hier liegt die Sensitivität bei 80,9 Prozent. In der zweiten Woche nach Beginn der Beschwerden war das Ergebnis nur noch in 53,8 Prozent der Fälle richtig. Das dürfte mit der vorübergehend hohen Viruslast von neu Erkrankten in Verbindung stehen.

▶️ Bei asymptomatischen Infizierten zeigte sich bei einem Verdacht auf eine mögliche Infektion ein Sensitivitätsgrad von 64,3 Prozent. Wurden die Kits aber einfach breit in Personengruppen ohne Wahrscheinlichkeit eines zuvor erhöhten Infektionsrisikos angewendet, lag die Genauigkeit nur noch bei 49,6 Prozent. Eine Sensitivität von um die 50 Prozent ähnelt einer Zufallsentscheidung.

▶️ Wendet man die Erkenntnisse der Wissenschafter auf eine Personengruppe von 1000 Personen mit fraglichen Symptomen und tatsächlich bei fünf Prozent (50 Betroffene) vorliegenden SARS-CoV-2-Infektionen (PCR-bestätigt) an, sollte sich mit den Antigentests folgendes Bild ergeben: 45 positive Tests, davon fünf (elf Prozent) falsch positiv. 955 Personen würden ein negatives Ergebnis erhalten. Von ihnen hätten jedoch zehn Betroffene Covid-19 und somit einen falsch negativen Test.

▶️ Die Bandbreite bei der festgestellten Sensitivität der Antigen-Schnelltests (49) war laut den Autoren hoch. Nur sieben der Kits erreichten bei symptomatischen Personen die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geforderte Mindestgenauigkeit von 80 Prozent. Die Schnelltests eignen sich damit am ehesten, wenn jemand schon verdächtige Covid-19-Symptome verspürt. Danach kann ja noch immer ein PCR-Test als mögliche Bestätigung oder Ausschluss einer Erkrankung erfolgen.

📊 Immer weniger Tests: 3523 Neuinfektionen in Österreich

3523 Neuinfektionen bei sehr wenig Tests sind seit Sonntag in Österreich gemeldet worden. Das liegt unter dem Schnitt der vergangenen Tage von 6.045. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Österreich betrug 468,7 Fälle auf 100.000 Einwohner und ein Covid-Todesfall wurde registriert, so die Zahlen von Gesundheits-und Innenministerium.

▶️ 1479 Corona-Infizierte werden aktuell im Krankenhaus behandelt. Das bedeutet einen Anstieg von 69 Fällen zum Vortag, aber weniger als vor einer Woche. Die Zahl der Intensivpatienten ist ebenfalls innerhalb eines Tages von 70 auf 81 Patienten gestiegen, aber im Wochenvergleich in etwa stabil geblieben. Innerhalb von 24 Stunden sind 7381 Infizierte wieder genesen.

▶️ Der eine gemeldete Todesfall liegt deutlich unter dem Sieben-Tage-Schnitt von zwölf Opfern pro Tag. In der vergangenen Woche wurden insgesamt 82 Todesfälle registriert. Seit Beginn der Pandemie sind 19.200 Tote in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion vermeldet worden.

▶️ Die 3523 Neuinfektionen bei nur 12.377 eingemeldeten PCR-Tests ergeben eine sehr hohe Positivrate von 28,5 Prozent, was deutlich über dem Sieben-Tage-Schnitt von 8,5 Prozent liegt. Am Montag gab es insgesamt 82.136 aktive Fälle, um 3859 weniger als am Tag zuvor. Seit Pandemiebeginn wurden 4.791.014 positive Testergebnisse und 4.689.678 Genesungen gemeldet.

▶️ Das Bundesland mit den meisten Neuinfektionen, war am Montag Wien mit 995, gefolgt von Niederösterreich mit 878, Oberösterreich mit 456, der Steiermark (314), Kärnten (257), Tirol (210), Salzburg (188), Burgenland (149) und Vorarlberg mit 76 Fällen, so die Zahlen laut AGES. Das bedeutet eine jeweilige Sieben-Tage-Inzidenz von 731,8 in Wien, 542 in Niederösterreich, 342,3 in Oberösterreich, 366,3 in der Steiermark, 402,9 in Kärnten, 296,2 in Tirol, 373,7 in Salzburg, 463,8 im Burgenland und 235,6 in Vorarlberg.

💉 BioNTech im ersten Halbjahr noch einmal mit kräftigen Zuwächsen

Das deutsche Pharmaunternehmen BioNTech hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr im Vergleich zur ersten Hälfte 2021 um 30,1 Prozent auf 9,57 Mrd. Euro gesteigert. Der Nettogewinn legte um 37,2 Prozent auf 5,37 Mrd. Euro zu, wie das Unternehmen am Montag in Mainz mitteilte.

▶️ In der Betrachtung allein des zweiten Quartals gab es allerdings sowohl beim Umsatz (minus 39,8 Prozent auf 3,20 Mrd. Euro) als auch beim Gewinn (minus 40,0 Prozent auf 1,67 Mrd. Euro) einen Rückgang im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Corona-Impfstoffhersteller führte dies darauf zurück, dass die dynamische Entwicklung der Pandemie "zu einer Verschiebung von Aufträgen und damit zu Schwankungen bei den Quartalsumsätzen" führe. Das Unternehmen bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr 2022 mit Covid-19-Impfstoff-Umsätzen von 13 bis 17 Mrd. Euro.

▶️ BioNTech teilte mit, dass in diesem Monat eine klinische Studie zu einem an die Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 angepassten Impfstoff beginnen werde. Falls die zuständigen Behörden dies genehmigten, könnten erste Dosen ab Oktober ausgeliefert werden.

▶️ Zuvor hatte BioNTech bereits einen an die Variante BA.1 angepassten Impfstoff entwickelt. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat Mitte Juni das Prüfverfahren für diesen Impfstoff der Hersteller BioNTech und Pfizer gestartet. Die EMA prüft zudem einen angepassten Impfstoff des US-Herstellers Moderna, der ebenso wie das Vakzin von BioNTech/Pfizer auf der mRNA-Technologie basiert. Bisher ist noch kein Impfstoff in der EU zugelassen, der auch auf Varianten des Coronavirus zielt.

🦇 Forscherin: Sehen bei Tierinfekten nur "Spitze des Eisbergs"

Das Coronavirus stammt nicht nur aus dem Tierreich, es kann Tiere auch wieder infizieren. Forscherinnen und Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmed-Uni) und des Complexity Science Hub (CSH) Vienna haben erstmals internationale Daten zusammengetragen, um das epidemiologische Geschehen im Tierreich abzubilden. SARS-CoV-2 könne zu einer Gefahr unbekannter Größe für die Tiergesundheit werden, so Studienleiterin Amélie Desvars-Larrive.

▶️ Wahrscheinlich sei SARS-CoV-2, das Covid-19 verursacht, in mindestens zwei Fällen von wilden Tieren am Huanan-Markt im chinesischen Wuhan auf Menschen übertragen worden, schreiben die Forscher im Journal "Scientific Data". Dass es vom Menschen aus wieder ins Tierreich zurückschwappen kann, wurde erstmals im Februar 2020 bestätigt: Ein Hund in Hong Kong hatte sich durch seinen Besitzer mit dem Virus infiziert.

▶️ Umfangreiche Daten zu Corona-Infektionen in der Tierwelt habe es bisher allerdings nicht gegeben, berichten die Forscher. Die "SARS-ANI" genannte Datensammlung, in die Fälle aus zwei Meldesystemen Einzug fanden, soll nun ein klareres Bild der epidemiologischen Lage im Tierreich, dort vorkommender Varianten und Ansteckungswege sowie der Verbreitungsgefahr, die von Tieren ausgeht, ermöglichen.

▶️ Das Virus bzw. die Antikörper wurden in 26 Spezies, die zu 14 Tierfamilien gehören, entdeckt, berichtete Desvars-Larrive, die an der Vetmed-Uni und dem CSH forscht, der APA. Die gefundenen Corona-Varianten ähnelten jenen, mit denen sich Menschen infizierten. Corona-Symptome konnten asymptomatisch bis heftig ausfallen und ebenfalls jenen infizierter Menschen ähneln. Die Case Fatality Rate (CFR) oder Fallsterblichkeit, die angibt, wie viele mit dem Coronavirus infizierte Tiere einer Tierart sterben, sei niedrig. Die Zahl der gemeldeten Infektions-Events unter Tieren würde hingegen stetig steigen, ein Plateau sei aber sichtbar - wahrscheinlich, weil unter Menschen wie Tieren weniger getestet werde, meinte Desvars-Larrive.

▶️ Geografisch zeigen sich Unterschiede in der Verteilung der insgesamt 704 gemeldeten Infektions-Events - Tiere, die sich etwa im gleichen Haushalt infizierten, wurden zu einem "Event" zusammengefasst. Diese häufen sich vor allem in den USA, wo 284 Events gefunden wurden. Keine Daten gibt es aus Österreich. Die Studie zeige jedoch nicht die tatsächliche Verteilung von Tier-Infektionen. Viele würden nicht auffallen oder nicht gemeldet werden, so die Forscherin. Gibt es in einem Land beispielsweise keine Ressourcen, um Menschen zu testen, hätten auch Tier-Tests keine Priorität.

"Wir sehen nur die Spitze des Eisbergs", stellte Desvars-Larrive fest.

▶️ Nicht nur die geografische Verteilung der Fälle, auch die betroffenen Tierarten lassen sich mit der Datensammlung nicht realitätsgetreu abbilden - Grund dafür seien ebenfalls unterschiedliche Teststrategien. So wurden etwa Nerze sehr häufig getestet, weshalb die Forscher hier 187 Infektions-Events zählten und eine Vielzahl an Varianten fanden. Sehr anfällig für eine Infektion seien hingegen etwa Großkatzen.

▶️ In 46 Prozent der Fälle steckten sich Tiere bei Menschen an, nur in 2,6 Prozent von anderen Tieren. In 51 Prozent der Fälle wurde der Ursprung der Infektion nicht bekanntgegeben. Dass sich Tiere von Menschen anstecken sei immer noch eine Seltenheit, warf Desvars-Larrive ein. Nur manche Tiere - etwa Nerze und Katzen - können das Virus auf Menschen übertragen, andere lediglich auf andere Spezies oder Artgenossen. Wieder andere - zum Beispiel Hunde - stecken sich zwar an, verbreiten das Virus aber nicht weiter. Worauf diese Unterschiede zurückzuführen sind, sei bisher nicht geklärt, so Desvars-Larrive.

▶️ Was kann nun gegen tierische Coronafälle unternommen werden? Kontrollmechanismen wie Quarantäne, Impfung oder auch das Töten der Tiere käme vor allem bei Haustieren in Frage. Bei Wildtieren sei das schwerer umzusetzen. Hier bestehe die Gefahr, dass Wildtiere dem Coronavirus für einige Zeit als Wirt dienen, dabei neue Varianten entstehen und das Virus aus diesem Reservoir wieder auf Menschen und andere Tiere überspringt.

▶️ Gefährlich könne dieses Szenario nicht nur aus epidemiologischer Sicht, sondern auch für das Wohl der Tiere werden. Ein Umschwung der öffentlichen Meinung könnte dazu führen, dass Menschen sich nicht nur von der Erhaltung der Wildtiere abwenden, sondern potenzielle Coronavirus-Träger sogar töten.

"Wir müssen uns erinnern, dass SARS-CoV-2 nicht nur eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit, sondern auch eine Gefahr unbekannter Größe für Tiergesundheit sowie Tierschutz darstellt", meinte Desvars-Larrive und plädierte dafür, die Beziehungen zwischen der Gesundheit von Menschen, Tieren und ihrer gemeinsamen Umwelt bei Pandemie-Maßnahmen zu berücksichtigen.

🔒 Lockdown in "Chinas Hawaii": Zehntausende gestrandet

Nach dem Ausbruch des Coronavirus auf der Tropeninsel Hainan sind außer für das Urlauberparadies Sanya auch Lockdowns für vier andere Orte verhängt worden. Staatsmedien nannten am Montag die Städte Wanning, Danzhou, Qionghai und Lingshui. Mehr als 10.000 chinesische Touristen stecken in "Chinas Hawaii" fest, da Flüge, Bahnverbindungen und anderer öffentlicher Verkehr gestoppt wurden.

▶️ In weniger als einer Woche gab es auf der zehn Millionen Einwohner-Insel in Südchina mehr als 1100 Ansteckungen, wie Staatsmedien am Montag berichteten. Ein Problem seien mangelnde Testkapazitäten, weshalb das gesamte Ausmaß noch nicht bekannt sei. In Sanya allein stecken rund 30.000 Touristen in Hotels fest, während rund 50.000 weitere in Ferienapartments untergekommen sind.

▶️  Die Behörden ordneten eine Halbierung der Hotelpreise für gestrandete Touristen an. Die parteinahe Zeitung Global Times berichtete jedoch von "Einzelfällen", wo Hotels den Preisnachlass verweigerten oder kurzerhand die Preise verdoppelt hätten. Die Behörden wollten sich um die gemeldeten Probleme kümmern, hieß es.

▶️ Während der Rest der Welt versucht, mit dem Virus zu leben, verfolgt China unverändert eine strenge Null-Covid-Strategie, um jeden Ausbruch im Keim zu ersticken. Auf einzelne Infektionen wird sofort mit Ausgangssperren, Massentests und anderen Beschränkungen reagiert. Die Maßnahmen sind aber eine Belastung für die zweitgrößte Volkswirtschaft, die nur noch langsam wächst.

📊 Corona-Zahlen weiter auf dem Rückmarsch: 3137 aktive Fälle in Tirol

Die Zahl der aktiven Corona-Fälle in Tirol ist auch bis Montag erneut gesunken. Binnen 24 Stunden wurden laut Dashboard des Landes 210 neue Corona-Fälle registriert. Dem standen 292 Genesene gegenüber. Mit Stand Montag, 8.30 Uhr, galten somit 3137 Personen als aktiv infiziert (Vortag: 3390).

▶️ In den vergangenen 24 Stunden wurde in Tirol kein weiterer Todesfall in Verbindung mit dem Coronavirus verzeichnet. Seit Beginn der Pandemie sind laut AGES 1353 Menschen in Tirol an oder mit dem Coronavirus verstorben. (Anmerkung: Das Land Tirol spricht von 952 Todesfällen – das Gesundheitsministerium hat jedoch die Zahl für Tirol korrigiert)

📊 Zahlen im Überblick:

  • Corona-infizierte Personen (exklusive Genesener): 3137
  • Innerhalb der letzten 24 Stunden positiv Getestete: 210
  • Innerhalb der letzten 24 Stunden Genesene: 292
  • Mittlerweile genesene Personen: 386.058
  • Bisher verstorbene Personen: 1353
  • Bisher positive Personen: 390.147

📍 Aktiv Positive in den Bezirken (Genesene in Klammern):

  • Innsbruck-Land 771 (91.772)
  • Innsbruck-Stadt 657 (63.565)
  • Kufstein 424 (57.044)
  • Schwaz 300 (41.218)
  • Kitzbühel 272 (32.486)
  • Imst 238 (32.224)
  • Lienz 183 (25.480)
  • Reutte 146 (16.809)
  • Landeck 145 (25.457)
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