💬 Rauch: Geimpfte haben deutlich geringeres Long-Covid-Risiko

Menschen, die zweifach geimpft sind und sich mit dem Coronavirus infizieren, haben möglicherweise ein nur halb so großes Risiko, an Long Covid zu erkranken, wie nicht geimpfte Menschen.

▶ Das berichtete Gesundheitsminister Johannes Rauch (GrĂŒne) am Freitag vor den Gesundheitssprecherinnen und -sprechern der Parlamentsparteien unter Berufung auf eine aktuelle Meldung von Medizin Transparent/Cochrane Österreich an der Donau-UniversitĂ€t Krems.

"Wir wissen inzwischen schon viel mehr ĂŒber diese komplexe Erkrankung, aber bei weitem noch nicht alles. Es gibt weit ĂŒber 200 Symptome, die sehr vielfĂ€ltig sind - eines, mit dem viele Betroffene zu kĂ€mpfen haben, ist das Erschöpfungssyndrom",

sagte Rauch bei dem "Long Covid"- Update. Es handle sich um eine "lebensverÀndernde Erkrankung", die bis vor der Pandemie noch sehr wenig erforscht gewesen sei.

"Auf Grund der HeterogenitÀt dieses Symptomenkomplexes ist Long Covid vielfach noch eine Unbekannte - die Menschen brauchen Antworten, diese Botschaft ist bei mir angekommen",

betonte Rauch im Anschluss an das Treffen.

▶ Der Gesundheitsminister betonte, die Meldung von Medizin Transparent/Cochrane Österreich sei eine gute.

"Denn wir sehen einmal mehr: Die Impfung wirkt",

so Rauch.

▶ Er habe den Vertreterinnen und Vertretern der Parlamentsparteien einen Überblick ĂŒber die Schritte gegeben, die Long-Covid-Betroffenen helfen sollen. Als Beispiel nannte er einen Versorgungspfad, den das Ministerium mit den LĂ€ndern und Sozialversicherungen erarbeitet habe und der vergangenen Oktober beschlossen worden sei. Die Behandlung von Personen mit Long-Covid-Symptomen werde demnach vorrangig und niederschwellig von der PrimĂ€rversorgung wahrgenommen.

▶ DafĂŒr sei auch im Sommer die Erstellung der S1-Leitlinie der Österreichische Gesellschaft fĂŒr Allgemeinmedizin (ÖGAM) zu Long-Covid vom Gesundheitsministerium unterstĂŒtzt worden. Diese Leitlinie werde derzeit aktualisiert und auf den neuesten Wissensstand betreffend Long-Covid gebracht. Darin sind die AbklĂ€rung von Symptomen und deren adĂ€quate Versorgung dargestellt. Dazu fördert das Gesundheitsressort nach eigenen Angaben ein Online-Tool, mit dem HausĂ€rzte besser mit der Erkrankung, ihrer Diagnose und bei ihrer Behandlung unterstĂŒtzt werden sollen.

▶ Der Oberste SanitĂ€tsrat im Gesundheitsministerium beschĂ€ftigt sich in einer eigens konstituierten Arbeitsgruppe mit dem Thema Long-Covid. Die Gesundheit Österreich (GÖG) soll das Problem Long-Covid erfassen und LĂŒcken in der Versorgung identifizieren. Das soll in einem Informationsangebot an die Bevölkerung mĂŒnden.