đŸ« Eltern fĂŒr normalen Schulbetrieb nach Ostern, Lehrer nicht

Die Vorstellungen darĂŒber, wie der Schulbetrieb nach den Osterferien angesichts des regional sehr unterschiedlichen Infektionsgeschehens aussehen soll, gehen weit auseinander. WĂ€hrend die Elternvereine an mittleren und höheren Schulen (BEV) fordern, zumindest regional auch den Ă€lteren SchĂŒlern die RĂŒckkehr vom Schicht- in den PrĂ€senzbetrieb an fĂŒnf Tagen zu ermöglichen, sehen Lehrervertreter Bedarf nach regionalen VerschĂ€rfungen.

"Wenn in Vorarlberg die Lokale öffnen dĂŒrfen, ist schwer verstĂ€ndlich, wieso die SchĂŒler gleichzeitig im Schichtbetrieb sind", so der kĂŒrzlich neu gewĂ€hlte BEV-PrĂ€sident Christoph Drexler gegenĂŒber der APA.

▶ Zumindest in jenen Regionen, wo es die Inzidenzen ermöglichen, sollten deshalb alle SchĂŒler wieder jeden Tag in die Schule dĂŒrfen. Derzeit gibt es nur an Volksschulen an fĂŒnf Tagen PrĂ€senzunterricht, alle anderen SchĂŒler haben abwechselnd zwei Tage PrĂ€senz- und Distanzunterricht, am Freitag ist generell Distance Learning.

▶ Der Schichtbetrieb sei aber nicht das Gelbe vom Ei, verweist Drexler auf die Zunahme psychischer Probleme und Defizite bei der Wissensvermittlung. Teilweise gebe es nun auch wieder Probleme wie zu Beginn des Fernunterrichts, indem die Schulen etwa eine Vielzahl von KommunikationskanĂ€len parallel nutzen. Die Hygieneregeln an den Schulen seien schon jetzt strenger als in vielen anderen Bereichen, SchĂŒler werden regelmĂ€ĂŸig getestet und tragen Mund-Nasen-Schutz bzw. die Ältesten FFP2-Masken.

"Wir halten daher eine RĂŒckkehr zum PrĂ€senzunterricht fĂŒr das Gebot der Stunde."

▶ Da und dort werde man VerschĂ€rfungen brauchen, meint unterdessen der oberste Lehrervertreter Paul Kimberger (FCG) gegenĂŒber der APA und plĂ€diert fĂŒr regional differenzierte Maßnahmen. Die Situation an den Schulen habe sich in den vergangenen Wochen enorm zugespitzt, die Verschiebung der Impfaktion im Bildungsbereich verschĂ€rfe die Lage zusĂ€tzlich.

"Wir brauchen Rahmenbedingungen, die grĂ¶ĂŸtmögliche Sicherheit an den Schulen ermöglichen", eine RĂŒckkehr zum generellen PrĂ€senzbetrieb sei unter den aktuellen Voraussetzungen nicht machbar.

▶ Die UnabhĂ€ngigen Lehrergewerkschafter (ÖLI-UG) fordern in einer Aussendung dazu auf, den Anstieg der Infektionen unter SchĂŒlern zu stoppen. Dazu brauche es eine regionale Schließung der Schulen nach Ostern fĂŒr zwei Wochen und Fernunterricht ohne mögliche PrĂ€senzphasen, bis die Sieben-Tage-Inzidenz wieder auf das derzeitige Niveau Vorarlbergs gesunken sei. Danach plĂ€dieren sie fĂŒr eine "behutsame Öffnung", zusĂ€tzlich zu den derzeitigen Schutzmaßnahmen fordern sie dabei hochwertige PCR-Gurgeltests in den BallungsrĂ€umen alle zwei Tage und sensitive Selbsttests in den ĂŒbrigen Regionen an Schulen und KindergĂ€rten.