đŸŒŹïž Aerosolforscher warnen, dass Gefahr innen nicht außen lauert

FĂŒhrende Aerosolforscher aus Deutschland fordern von der Politik einen Kurswechsel bei den Maßnahmen zur EindĂ€mmung der Corona-Seuche.

"Wenn wir die Pandemie in den Griff bekommen wollen, mĂŒssen wir die Menschen sensibilisieren, dass DRINNEN die Gefahr lauert", heißt es in einem Brief an die deutsche Regierung und an die Landesregierungen.

▶ Debatten ĂŒber das Flanieren auf Flusspromenaden, den Aufenthalt in BiergĂ€rten, das Joggen oder Radfahren seien hingegen kontraproduktiv. Es gilt als sicher, dass sich das Coronavirus vor allem ĂŒber Luft verbreitet.

"Leider werden bis heute wesentliche Erkenntnisse unserer Forschungsarbeit nicht in praktisches Handeln ĂŒbersetzt", kritisieren die Verfasser des Briefes, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

▶ In Wohnungen, BĂŒros, KlassenrĂ€umen, Wohnanlagen und Betreuungseinrichtungen mĂŒssten Maßnahmen ergriffen werden. In InnenrĂ€umen finde auch dann eine Ansteckung statt, wenn man sich nicht direkt mit jemandem trifft, sich aber ein Infektiöser vorher in einem schlecht belĂŒfteten Raum aufgehalten hat, warnen sie.

▶ Maßnahmen wie die Maskenpflicht beim Joggen an den FlĂŒssen Alster und Elbe in Hamburg etwa seien eher symbolischer Natur und ließen "keinen nennenswerten Einfluss auf das Infektionsgeschehen erwarten", schreiben die Experten. SARS-CoV-2-Erreger wĂŒrden fast ausnahmslos in InnenrĂ€umen ĂŒbertragen. Im Freien sei das Ă€ußerst selten, im Promille-Bereich. Hierauf sollten die begrenzten Ressourcen nicht verschwendet werden, heißt es in dem Brief. Auch wĂŒrden im Freien nie grĂ¶ĂŸere Gruppen - sogenannte Cluster - infiziert, wie das in InnenrĂ€umen etwa in Heimen, Schulen, Veranstaltungen, Chorproben oder Busfahrten zu beobachten sei.

▶ Auch die Ausgangssperren versprechen aus Sicht der Wissenschafter mehr als sie halten können.

"Die heimlichen Treffen in InnenrĂ€umen werden damit nicht verhindert, sondern lediglich die Motivation erhöht, sich den staatlichen Anordnungen noch mehr zu entziehen", schreiben sie. "In der FußgĂ€ngerzone eine Maske zu tragen, um anschließend im eigenen Wohnzimmer eine Kaffeetafel ohne Maske zu veranstalten, ist nicht das, was wir als Experten unter Infektionsvermeidung verstehen."

▶ Mit AusgangsbeschrĂ€nkungen will die Politik verhindern, dass sich Menschen zeitweise ĂŒberhaupt treffen. Stattdessen empfehlen die Autoren mehrere Maßnahmen wie Treffen in InnenrĂ€umen so kurz wie möglich zu gestalten, mit hĂ€ufigem Stoß-oder QuerlĂŒften Bedingungen wie im Freien zu schaffen, effektive Masken in InnenrĂ€umen zu tragen sowie Raumluftreiniger und Filter ĂŒberall dort zu installieren, wo Menschen sich lĂ€nger in geschlossenen RĂ€umen aufhalten mĂŒssen - etwa in Pflegeheimen, BĂŒros und Schulen.