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Live-Blog zu Coronavirus

EU will ab 1. Februar Reisen erleichtern, "Lollipop"-Tests an Tiroler Kindergärten fix

🔎 Die wichtigsten Meldungen auf einen Blick:

▶️ EU will Reisen für Geimpfte, Getestete und Genesene erleichtern

▶️ "Lollipop"-Antigentests an Tiroler Kindergärten ab nächster Woche fix

▶️ Platter fordert Öffnung, Mückstein bremst

▶️ Mehr positive Schul-PCR-Tests, 1900 Klassen zu

▶️ Fast 25.000 Neuinfektionen und Zunahme bei Spitalspatienten

▶️ Studie: Booster schützt zu 99 Prozent vor Covid-Tod

▶️ „Contact Tracing" massiv eingeschränkt, Gurgeltests werden in Tirol ausgeweitet

▶️ 3110 positive Tests und 2719 Genesene binnen 24 Stunden in Tirol

▶️ Home-Office-Vereinbarung: Chaos um Arbeiten in der Corona-Isolation

▶️ Wieder mehr Patienten in Tiroler Spitälern, 28 Personen auf Intensivstation


📊 ZAHLEN FÜR TIROL

Mit Stand Dienstag, 8.30 Uhr, gibt es in Tirol 23.479 aktive Corona-Fälle. Insgesamt gelten 144.734 Personen als wieder genesen. 833 Personen sind in Tirol an oder mit Covid-19 gestorben.

Am Dienstag waren in Tirols Spitälern 146 Corona-Patienten in stationärer Behandlung. Davon wurden 28 auf Intensivstationen betreut.

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🏴 Umstrittener Bolsonaro-Guru Olavo de Carvalho an Covid gestorben

Der als Guru des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro geltende Olavo de Carvalho ist im Alter von 74 Jahren in den USA gestorben.

"Mit großem Bedauern teilt die Familie von Professor Olavo de Carvalho die Nachricht von seinem Tod am Abend des 24. Jänner in der Region von Richmond, Virginia, mit, wo er im Krankenhaus lag",

hieß es in einem Tweet auf dem Profil Carvalhos am Dienstag. Die Todesursache wurde darin nicht genannt.

▶️ Heloísa de Carvalho, die mit ihrem Vater gebrochen hat, twitterte, dass er im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sei.

"Am Tag, an dem Olavo sagte, dass es keinen von Corona verursachten Todesfall gibt, habe ich eine liebe Freundin verloren",

schrieb sie. Nach Medienberichten unter Berufung auf Anhänger Olavo de Carvalhos war er kürzlich positiv auf das Coronavirus getestet worden.

▶️ Die Bücher und Online-Kurse Olavo de Carvalhos trugen dazu bei, die brasilianische Rechte vor den Präsidentschaftswahlen 2018, aus denen Bolsonaro als Sieger hervorging, zu stärken. Für sie war er ein brillanter Denker. Bei großen Teilen der Linken war er verpönt. In der Corona-Pandemie spielte Carvalho das Virus immer wieder herunter.

▶️  Der brasilianische Präsident Bolsonaro, ein Corona-Verharmloser und Impfskeptiker, bezeichnete Carvalho als "einen der größten Denker der Geschichte unseres Landes. Olavo war ein Gigant im Kampf für die Freiheit und ein Leuchtturm für Millionen von Brasilianern. Sein Beispiel und seine Lehren werden uns für immer prägen".

Abbildung von: 🏴  Umstrittener Bolsonaro-Guru Olavo de Carvalho an Covid gestorben

📽️ Video | Arbeiten auch in Quarantäne

Durch die Omikron-Welle befinden sich in Tirol sehr viele Menschen zeitgleich in Quarantäne. Weil den Unternehmen zunehmend das Personal fehlt, fordert der ÖVP-Wirtschaftsbund nun, dass positiv Getestete auch von zuhause aus weiterarbeiten können.

📈 Rekordwert von mehr als 500.000 Neuinfektionen in Frankreich

Frankreich hat mit mehr als einer halben Million registrierter Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages einen Höchstwert seit Pandemiebeginn verzeichnet. Wie die französische Gesundheitsbehörde am Dienstagabend angab, wurden binnen 24 Stunden 501.635 neue Ansteckungen registriert. Allerdings liegen die Werte montags oft deutlich niedriger als an anderen Wochentagen.

▶️ Die bereits enorm hohen Fallzahlen in Frankreich stiegen damit erneut weiter an. Der Inzidenzwert, also die Zahl der Ansteckungen auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb einer Woche, lag landesweit zuletzt bei etwa 3726. Die Omikron-Variante macht in dem Land mit seinen gut 67 Millionen Einwohnern mittlerweile mehr als 95 Prozent der Fälle aus.

▶️ Im Kampf gegen die immer höher kletternden Infektionszahlen setzt Frankreichs Regierung auf stärkere Einschränkungen für Menschen, die nicht geimpft und auch nicht genesen sind. Sie haben seit dieser Woche keinen Zugang mehr zu Restaurants, Bars, Kultureinrichtungen, Sportveranstaltungen und Fernzügen. Zuvor war der Eintritt auch mit einem negativen Corona-Test möglich gewesen.

📽️ Video | Massentests immer mehr in der Kritik

Da die harmlosere "Omikron"-CoV-Variante oft schneller kommt als das PCR-Ergebnis, erhebt sich immer mehr Kritik an der riesigen CoV-Testkampagne der türkis-grünen Bundesregierung Jene, die sie wirklich bräuchten – Alte oder Vorerkrankte – kämen oft zu kurz.

📽️ Video | Mückstein beharrt auf strengen Vorschriften

Die Corona-Sperrstunde müsse endlich abgeschafft werden, meint Landeshauptmann Platter (ÖVP). Handlungsbedarf sieht er auch beim Lockdown für Ungeimpfte. Auch sein Kärntner Kollege Kaiser (SPÖ) ist dafür, den Lockdown für Ungeimpfte zu beenden.

🍻 Niederlande öffnen Gaststätten und Kultur: "Nehmen bewusst Risiko"

Trotz einer massiven Omikron-Welle lockern die Niederlande die Corona-Maßnahmen. Gaststätten, Theater, Museen und Kinos dürfen nach mehr als fünf Wochen ab Mittwoch wieder öffnen – täglich bis 22 Uhr, teilte Ministerpräsident Mark Rutte am Abend mit.

▶️ Damit macht das Land einen deutlichen Schritt zurück zur Normalität. Auch bei Sportwettkämpfen wie etwa Fußballspielen darf wieder eine begrenzte Zahl von Besuchern zugelassen werden. Noch immer bleiben Einschränkungen des öffentlichen Lebens wie Maskenpflicht und der Corona-Pass, mit dem Besucher nachweisen müssen, dass sie getestet, geimpft oder genesen sind. Auch die Quarantäneregeln werden gelockert.

 "Wir nehmen heute bewusst ein Risiko",

sagte Rutte mit dem Hinweis auf die täglich neuen Höchstwerte bei den Neu-Infektionen. Die Omikron-Variante verbreite sich zwar viel schneller, Menschen erkrankten aber nicht so schwer.

▶️ Gesundheitsminister Ernst Kuipers warnte:

"Omikron ist keine kleine Grippe."

Die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystem sei nach wie vor groß.

▶️ Vor knapp zehn Tagen endete der harte Lockdown vom 18. Dezember, Geschäfte und Schulen wurden wieder geöffnet. Der Druck auf die Regierung, auch noch die letzten harten Einschränkungen aufzuheben, war groß. Auch Bürgermeister wiesen darauf hin, dass in den Nachbarländern Deutschland und Belgien alles offen sei und Verbote auch daher nicht länger durchzusetzen seien.

▶️  Die Zahl der Neuinfektionen steigt inzwischen rasant. In den vergangenen sieben Tagen waren mehr als 366.000 neue Infektionen registriert worden, gut 50 Prozent mehr als in der Vorwoche. Die Inzidenz liegt bei mehr als 2000 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Zum Vergleich: In Österreich lag der entsprechende Wert am Dienstag bei ebenfalls über 2000.

🎙️ Elton John muss nach positivem Corona-Test US-Konzerte absagen

Die britische Pop-Legende Elton John ist positiv auf Corona getestet worden und hat mehrere Konzerte seiner Abschiedstour vorerst abgesagt. Er müsse seine Shows in Dallas im US-Bundesstaat Texas verlegen, da er sich mit dem Coronavirus infiziert habe, schrieb der Sänger am Dienstag in einer Instagram-Story. Glücklicherweise sei er geimpft und geboostert und habe nur milde Symptome, schrieb der 74 Jahre alte Musiker. Er sei zuversichtlich, seine Konzerte in Arkansas am Wochenende bereits wieder geben zu können.

▶️ Als Teil seiner Abschiedstour reist Elton John derzeit durch die USA. Die Tournee musste erst wegen der Pandemie und dann wegen Gesundheitsproblemen bereits mehrfach verschoben werden. Danach will sich der Musiker mehr Zeit für die Familie nehmen und weniger reisen.

💉 Deutsche Abgeordnete wollen Impfpflicht ab 50 Jahren

Mehrere Abgeordnete von den deutschen Regierungsparteien FDP und Grünen schlagen eine Impfpflicht gegen Corona für Über-50-Jährige vor.

"Wir möchten bei der Impfpflichtdebatte für den Mittelweg werben und diesen mehrheitsfähig machen",

teilten sie am Dienstag gemeinsam mit.  Ihr Vorschlag beinhalte zwei Maßnahmen: ein verpflichtendes, professionelles und persönliches Beratungsgespräch für alle volljährigen Ungeimpften und - wenn sich in einer vorgegebenen Zeit die erforderliche Impfquote nicht einstellt - eine Pflicht zum Nachweis einer Impfung ab 50 Jahren. So solle "mit einem milderen staatlichen Eingriff eine maximale Wirkung" erzielt werden.

▶️ Der Bundestag kommt am Mittwoch zu einer ersten Debatte über eine Impfpflicht zusammen. Im Wesentlichen gibt es bisher drei Ansätze: Parlamentarier aller drei Ampelfraktionen bereiten einen Entwurf für eine Impfpflicht ab 18 Jahre vor, für die sich auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ausgesprochen hat. Und eine Gruppe um FDP-Vize Wolfgang Kubicki will eine Impfpflicht generell verhindern. Neu ist der Vorstoß mehrerer Politiker um den FDP-Abgeordneten Andrew Ullmann für eine Impfpflicht ab 50.

▶️ Das deutsche Gesundheitssystem müsse vor Überlastung geschützt werden, argumentiert die Gruppe. Das Alter sei ein einfach zu messender Risikofaktor für einen schweren Krankheitsverlauf. Daher sei eine Impfpflicht für alle ab 50 Jahre verfassungsrechtlich einfacher zu rechtfertigen. Unterstützt wird der Vorschlag der Mitteilung zufolge von den FDP-Abgeordneten Gyde Jensen und Konstantin Kuhle sowie den Grünen-Abgeordneten Dieter Janecek, Paula Piechotta und Kordula Schulz-Asche.

🧫 Abgelegene Inselstaaten im Pazifik kämpfen gegen Ausbrüche

Wegen steigender Corona-Zahlen haben die Pazifikstaaten Samoa und die Salomonen ihre Lockdowns verlängert.

Der Regierungschef der Salomonen, Manasseh Sogavare, sagte am Montagabend, die Hauptstadt Honiara sei zu einem Corona-Brennpunkt geworden. Die Ausgangsbeschränkungen würden daher um vier Tage verlängert.

"Ich fordere alle Bewohner der Notstandszone auf, sich an den Lockdown zu halten und zu Hause zu bleiben, damit wir die Übertragung des Virus eindämmen und die Epidemie unter Kontrolle bringen können", sagte Sogavare in einer Rede.

▶️ Bis vergangene Woche hatte das 700.000-Einwohner-Land erst 31 Infektions- und keinen einzigen Todesfall verzeichnet. Seitdem wurden 300 aber neue Fälle registriert. Die tatsächlichen Zahlen könnten angesichts mangelnder Testkapazitäten noch sehr viel höher sein.

▶️ Samoa verlängerte seine Ausgangsbeschränkungen bis Donnerstagabend, nachdem die Fallzahlen im Zusammenhang mit einem Flug aus Australien weiter angestiegen waren. Die Pazifikstaaten, viele davon kleine Inseln, waren aufgrund ihrer abgeschiedenen Lage lange vom Coronavirus verschont geblieben. Nun kämpfen aber auch sie mit der ansteckenden Omikron-Variante.

▶️ Die Impfraten in der Region variieren stark: Bis Mitte Jänner wurden auf den Salomonen 264.085 Dosen verabreicht, während das weiter nordwestlich gelegene Palau schon fast seine komplette Bevölkerung durchgeimpft hat.

🩺 Weltärztebundchef: "Wir werden diese Krankheit nie mehr los"

"Wir werden dieses Virus in absehbarer Zeit nicht besiegen wie die Pocken, auch nicht mit Impfpflicht."

Das sagte Frank Ulrich Montgomery, Präsident des Ständigen Ausschuss der Ärzte der EU (CPME) und Vorsitzender des Vorstand im Weltärztebund (WMA) heute vor der Auslandspresse in Berlin. Aber: "Um die Krankheitslast niedrig zu halten, müssen wir so viele Leute wie möglich impfen." Ein Impfpflicht-Diskussion dürfe aber nicht parteitaktisch geführt werden.

"Es gibt in den deutschsprachigen Ländern eine hohe Ablehnung von Impfungen, während Dänemark eine andere Beziehung zum Gesundheitssystem hat. Das hat damit zu tun, dass man in skandinavischen Ländern sehr viel kooperativer mit dem Gesundheitssystem ist.",

... sagte Montgomery, der sich als Verfechter der Impfpflicht bezeichnete. Es gebe in Deutschland einen Verlust an Vertrauen in Wissenschaft und Ärzte, der so groß sei, dass man mit Erklären nicht an die Menschen herankomme.

▶️ Während in Österreich die Impfpflicht ab Februar gilt, wird darüber in Deutschland noch diskutiert.

"Dass das zu einem parteipolitischen Konflikt gemacht wird, ist in meinen Augen nicht förderlich. Ich bin ein bisschen erschrocken, wie die Impfpflicht jetzt zerredet wird. Wir haben uns diese Diskussion nicht geleistet, als die Impfpflicht für Masern eingeführt wurde vor einigen Jahren oder bei bestimmten Berufsgruppen",

... sagte der Ärzte-Funktionär.

▶️ Das Grundgesetz gestatte, dass Freiheitsrechte zur Bekämpfung einer Pandemie eingeschränkt werden können. Er glaube, "dass wir zu wenig mutig sind, Freiheitsrechte einzuschränken". 20 Prozent der nicht Geimpften könnten durch eine Impfpflicht erreicht werden, fünf Prozent würden sich nie impfen lassen. "Das ist der Unterschied zum Impfzwang, wo man polizeilich vorgeführt würde. Sondern man wird wie in Österreich Strafen erhalten oder von Dingen ausgeschlossen."

▶️ Bei Omikron sei "der Zug abgefahren, da werden wir mit Impfen nichts mehr bewirken". Dennoch sei eine Impfung immer noch besser als keine Impfung. "Aber wir müssen alles verhindern, dass der nächste Winter nicht so wird wie der vergangene und der davor."

  "Wir werden diese Krankheit nie mehr los",

so Montgomery.

▶️ Doch irgendwann werde man mit dieser Krankheit leben, "wie wir gewohnt waren zu leben". Durch die Maske könnten viele andere Krankheiten vermieden werden.

"In Asien wurde die Maske enttabuisiert. Warum muss man sich immer die Hände schütteln? In zwei Jahren reden wir gar nicht mehr darüber, da haben wir uns daran gewöhnt."

▶️ Montgomerys Prognose laute, dass das Gesundheitswesen in den nächsten Wochen aus dem Ruder laufen werde:

"Im Moment sehen wir die Zunahme der Inzidenzen, in zwei Wochen sehen wir die Zunahme der Hospitalisierung, in drei Wochen sehen wir die Zunahme der Intensivstationsbelegung."
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