Oberhof-Verfolgung trotz sechs Strafrunden an Giacomel
Der italienische Sprintsieger Tommaso Giacomel hat am Samstag beim Biathlon-Weltcup in Oberhof das Kunststück geschafft, in der Verfolgung trotz sechs Strafrunden zu gewinnen. Zum Drüberstreuen holte er sich vom nicht nach Deutschland gereisten Norweger Johan-Olav Botn die Weltcupführung. Kein Österreicher hatte die Qualifikation für die Verfolgung geschafft. In der Frauen-Staffel wurden die ohne Lisa Hauser angetretenen Österreicherinnen bei einem Sieg Frankreichs Achte.
Giacomel hatte nach je zwei Fehlschüssen bei den ersten drei Schießeinlagen 56 Sekunden Rückstand auf die Spitze, blieb beim zweiten Stehendschießen aber fehlerfrei und profitierte überdies von zahlreichen Fehlschüssen der Konkurrenz. Der Norweger Martin Uldal hatte nach dem 12,5-km-Rennen schließlich 4,5 Sek. Rückstand, der Schwede Sebastian Samuelsson 8,8. Die übrigen Staffel-Podestplätze bei den Frauen gingen an Norwegen (+53,7 Sek.) und Deutschland (+1:28,4 Min.), das ÖSV-Quartett Dunja Zdouc/Anna Gandler/Lea Rothschopf/Anna Juppe lag 3:12,5 zurück.
Tiroler Farthofer in Polen über 5.000 m EM-Sechster
Der Tiroler Alexander Farthofer hat am Samstag bei den Eisschnelllauf-Europameisterschaften auf den Einzelstrecken über 5.000 m Rang sechs belegt. Der 20-Jährige kam in Tomaszow Mazowiecki im letzten der acht Paare auf 6:23,46 Min, womit er rund sechseinhalb Sekunden hinter der Bronze-Zeit des Italieners Davide Ghiotto blieb. Dessen Landsmann Riccardo Lorello holte 3,36 Sek. hinter dem in 6:11,13 siegreichen polnischen Lokalmatador Wladimir Semirunniy Rang zwei.
Farthofer war als Schnellster des bisherigen Saisonverlaufs angetreten, im November hatte er sich auf dem schnellen Eis von Salt Lake City in 6:04,21 Min. auf Rang acht der ewigen Bestenliste geschoben. Das EM-Antreten des Shooting-Stars war jedoch zuletzt wegen einer Erkrankung fraglich gewesen. Nach einer Kontrolle der Blutwerte erfolgte die Startfreigabe. Ein wenig spekulierte der Bad Häringer dann auch mit einer Medaille. Am Donnerstag waren seine Landsleute Anna Molnar über 3.000 m als 16. und Ignaz Gschwentner über 1.000 m als 20. jeweils Letzte geworden.
Am Sonntag treten alle drei genannten Österreicher wie auch der Tiroler Gabriel Odor an. Der Olympia-Teilnehmer 2022 konzentrierte sich zuletzt wie Farthofer auf die Vorbereitung auf die Spiele in Mailand/Cortina, der Jeannine Rosner und Vanessa Herzog den Vorzug vor einem EM-Antreten gegeben hatten. Auch Molnar und Gschwentner haben noch kleine Olympia-Hoffnungen. Die Entscheidung darüber sollte noch vor dem Weltcup in zwei Wochen in Inzell fallen.
Payer erlitt Schlag und wurde in Scuol Vierte
Für Österreichs Raceboarder ist es am Samstag in Scuol im ersten Snowboard-Parallel-Riesentorlauf des Jahres nicht nach Wunsch gelaufen. Am besten schlug sich Sabine Payer als Vierte. Die Kärntnerin erlitt aber im Halbfinale einen Schlag gegen das rechte Sprunggelenk und unterbrach das Rennen. Zum kleinen Finale trat Payer sicherheitshalber nicht an. Sie möchte aber beim Heimrennen in Bad Gastein am Dienstag an den Start gehen. Bester ÖSV-Mann wurde Benjamin Karl als Elfter.
„Ich habe schon runterrutschen können, kann auch gehen, das ist nicht das Ding, aber es fühlt sich nicht so richtig gut an“, erklärte Payer. In dieser Phase der Saison mit Olympia vor der Tür habe sie nicht noch einmal riskieren wollen. „Wenn man sich nicht 100 Prozent fühlt, kann man nicht rausstarten.“ Sie werde das Gelenk anschauen lassen. „Es sollte schon passen. Ich hoffe, dass ich in Gastein wieder am Start stehe.“ Den Sieg bei den Frauen holte nach dreieinhalb Monaten Verletzungspause überraschend die Deutsche Ramona Hofmeister.
Für die Männer lief es aus diversen Gründen gar nicht nach Wunsch, erstmals in dieser Saison erreichte kein ÖSV-Athlet das Viertelfinale. Benjamin Karl scheiterte im Achtelfinale knapp um sieben Hundertstel am Bulgaren Terwel Samfirow und wurde Elfter. Fabian Obmann wurde unmittelbar vor Andreas Prommegger 14., Alexander Payer und Arvid Auner hatten u.a. die Qualifikation verpasst. Ganz vorne gab es einen italienischen Doppelsieg durch den bereits 45-jährigen Roland Fischnaller vor Mirko Felicetti.
ÖSV-Team in Otepää ohne Podestplatz
Österreichs Nordische Kombinierer sind am Samstag beim Weltcup in Otepää im Männer-Rennen erstmals in dieser Olympiasaison nicht auf dem Podest gelandet. Stefan Rettenegger landete vor dem im Finish gestürzten Johannes Lamparter auf Rang sechs. Der Sieg ging an den Norweger Einar Luraas Oftebro 0,5 Sek. vor dem Deutschen Johannes Rydzek.
Lamparter, der am Vortag Zweiter gewesen war, trauerte einer besseren Platzierung nach. "Das war heute ein bisserl ein unglückliches Rennen. Ich habe mich dann ganz oben leider verhaspelt. Morgen gibt's eine neue Chance. Es tut weh, weil man es draufgehabt hätte", sagte der Weltcupleader.
Katharina Gruber im Frauen-Rennen Sechste
Im Frauen-Rennen sorgte Katharina Gruber, die in Trondheim als erste Österreicherin überhaupt einen Weltcup in der Nordischen Kombination gewonnen hatte, für die einzige Top-Ten-Platzierung. Die Oberösterreicherin landete bei Neuschneebedingungen in teils tiefer Loipe 1:38,2 Minuten hinter der norwegischen Siegerin Ida Marie Hagen auf dem sechsten Rang. "Mit dem Langlaufrennen bin ich jetzt sehr zufrieden." Beim provisorischen Sprung am Vortag habe sie etwas hergeschenkt.
Lisa Hirner hatte - ebenso wie bei den Männer Franz-Josef Rehrl - gesundheitlich angeschlagen auf den Langlauf verzichtet.
Lisa Eder in Ljubno wieder nur von Prevc geschlagen
Lisa Eder hat am Samstag beim Weltcup der Skispringerinnen zum dritten Mal in Folge Platz zwei belegt. Die 24-jährige Salzburgerin musste sich auf der Normalschanze in Ljubno wie zuletzt zweimal in Villach nur der aktuellen Dominatorin Nika Prevc geschlagen geben. Die Slowenin feierte auf ihrer Heimschanze ihren schon 30. Weltcupsieg und dies klar 24,2 Punkte vor Eder. Dritte wurde die Deutsche Selina Freitag unmittelbar vor Julia Mühlbacher mit deren bester Saisonplatzierung.
Mühlbacher verpasste das zweite Weltcuppodest ihrer Karriere nur um 2,8 Zähler. Mit Meghann Wadsak und Hannah Wiegele holten zwei weitere ÖSV-Athletinnen mit den Rängen 26 und 28 ebenfalls Weltcupzähler.
Kitzbüheler Adler verlieren knapp Derby gegen Zeller Eisbären
Die Kitzbüheler Adler mussten am Donnerstag eine 2:3-Derbyniederlage bei den Zeller Eisbären hinnehmen.
Vor 2.796 Zuschauern blieb der erste Abschnitt torlos. Im zweiten Drittel gingen zunächst die Gäste aus Kitzbühel im Powerplay in Führung. Ein Doppelschlag der Zeller im selben Abschnitt drehte jedoch die Partie. Kitzbühel meldete sich noch einmal zurück und glich zu Beginn des Schlussdrittels aus. Vier Minuten vor dem Ende sorgte schließlich Alexander Lahoda mit dem Game-Winning Goal für die Entscheidung zugunsten der Zeller, die damit auch das dritte Derby für sich entscheiden konnten.
Führungswechsel bei der Rallye Dakar
Die Mittwoch-Etappe über 417 Kilometer hat bei der Rallye Dakar in Saudi-Arabien einen Führungswechsel bei den Autos und den Motorrädern gebracht. Bei den Zweirädern holte sich der spanische Honda-Pilot Tosha Schareina in al-Ula den zweiten Tagessieg hintereinander und löste den australischen KTM-Fahrer Daniel Sanders an der Spitze ab. Schareina führt nun zeitgleich vor seinem US-Markenkollegen Ricky Brabec.
In der Autowertung war der Südafrikaner Henk Lategan im Toyota der Tagesschnellste vor dem fünffachen Dakar-Sieger Nasser Al-Attiyah (Dacia). Auch in der Gesamtwertung liegt Lategan vor dem 55-jährigen Katari, der 3:55 Minuten Rückstand hat. Der saudi-arabische Lokalmatador und Vorjahressieger Yazeed Al-Rajhi stieg nach technischen Problemen an seinem Toyota aus der Rallye aus.
Der unter dem Namen Max Mustermann antretende Red-Bull-Milliardär Mark Mateschitz kam als 55. ins Ziel (+1:06:48 Stunden) und liegt in der Gesamtwertung auf Platz 48.
Tiroler Auer schrieb im Olympia-Rennen erstmals an
Der Tiroler Florian Auer hat am Mittwoch beim Skeleton-Weltcup der Männer in St. Moritz Rang elf belegt und damit seinen ersten von zwei für eine Olympia-Nominierung erforderlichen Top-12-Plätzen geholt. Auer landete damit drei Plätze bzw. 18 Hundertstel hinter seinem erfolgsverwöhnteren Landsmann Samuel Maier, für den das Ergebnis unter den Erwartungen liegt. Der Sieg ging mit satten 1,29 Sek. Vorsprung an den Briten Matt Weston. Maiers Rückstand betrug 2,41 Sekunden.
Für Alexander Schlintner auf Rang 23 ist der Olympia-Zug unterdessen wohl abgefahren..
Das Mittwoch-Rennen war der Ersatz für den wetterbedingt abgebrochenen Bewerb am vergangenen Freitag in Winterberg, als Schlintner nach Lauf eins in Führung gelegen war.
Niederlage im EM-Test
Österreichs Handball-Männer sind ohne Erfolgserlebnis in die unmittelbare Vorbereitung für die am 15. Jänner beginnende EM gestartet. Gegen die ebenfalls für die Endrunde qualifizierten Tschechen mussten sich Mykola Bilyk und Co. am Dienstag in Wien knapp mit 29:30 (13:13) geschlagen geben. Im zweiten Spiel unter Neo-Coach Iker Romero war es die zweite Niederlage. "Wir sind mit dem neuen Trainer noch am Anfang, das braucht Zeit", betonte Bilyk.
Für den Kiel-Legionär und seine Kollegen geht es ab Freitag (18.30 Uhr) beim Viernationen-Turnier in Paris mit dem Spiel gegen Gastgeber Frankreich weiter. Die Partie um Platz drei bzw. das Finale gegen Island oder Slowenien steigen am Sonntag. Am Dienstag kommender Woche hebt man Richtung Herning in Dänemark ab, wo am 15. Jänner die EM-Auftaktpartie gegen Deutschland steigt. Weitere Gegner in Gruppe A sind Spanien (17. Jänner) und Serbien (19. Jänner). Zumindest Platz zwei ist zum Weiterkommen in die Hauptrunde nötig.
Novak Djokovic sagte Teilnahme an Turnier in Adelaide ab
Novak Djokovic verzichtet vor den Australian Open in Melbourne auf das Vorbereitungsturnier in Adelaide. Er sei körperlich noch nicht bereit, vor dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres wieder an Wettkämpfen teilzunehmen, schrieb der Tennisstar auf Instagram. Sein letztes Turnierspiel bestritt der 38-Jährige am 8. November gegen Lorenzo Musetti. Nach seinem Finalsieg gegen den Italiener in Athen musste Djokovic wegen einer Schulterverletzung auf die ATP Finals verzichten.
„Das ist für mich persönlich sehr enttäuschend, da ich so schöne Erinnerungen an meinen Titelgewinn dort vor zwei Jahren habe“, schrieb der 24-malige Grand-Slam-Sieger aus Serbien über seinen Rückzug vom Turnier in Adelaide, das am kommenden Montag beginnt. Sein Fokus liege voll auf der Vorbereitung für die Australian Open, führte Djokovic aus. „Ich freue mich darauf, bald in Melbourne anzukommen und alle Tennisfans in Australien zu sehen.“ Das Hauptfeld startet am 18. Jänner ins Turnier. In Melbourne holte Djokovic bereits zehnmal den Titel, zuletzt 2023.

