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US-Präsident Donald Trump steht in der Corona-Krise unter Druck.

Newsblog: US-Wahl 2020

Wahlkampf in USA im Zeichen der Corona-Krise

Am 3. November steht in den USA die Präsidentschaftswahl an. Der Wahlkampf ist durch die Corona-Pandemie auf den Kopf gestellt. Diverse Vorwahlen wurden wegen der Krise auf einen späteren Zeitpunkt verschoben oder komplett auf Briefwahl umgestellt.

Die Demokraten haben ihren Nominierungsparteitag, bei dem Trumps voraussichtlicher Herausforderer für die Wahl, Ex-Vizepräsident Joe Biden, offiziell gekürt werden soll, wegen der Pandemie bereits von Juli auf August verschoben. US-Präsident Donald Trump soll von den Republikanern ebenfalls Ende August als Kandidat gekürt werden.

Es ist aber unklar, ob Großveranstaltungen dieser Art im Sommer bereits im üblichen Format abgehalten werden können.

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Trump droht mit Suche nach neuem Ort für Nominierungsparteitag

US-Präsident Donald Trump droht, angesichts möglicher coronabedingter Restriktionen den Nominierungsparteitag der Republikaner im Sommer an einen anderen Ort zu verlegen. Der Parteitag, bei dem Trump offiziell zum Präsidentschaftskandidaten seiner Partei gekürt werden soll, ist für den 24. bis 27. August in Charlotte im US-Staat North Carolina angesetzt.

Trump beklagte am Montag auf Twitter, der dortige Gouverneur, der Demokrat Roy Cooper, garantiere wegen der Corona-Krise bisher nicht, dass die Republikaner zu diesem Zeitpunkt ihren Veranstaltungsort komplett füllen dürften. Wenn diese Zusicherung nicht sofort komme, müsse sich die Partei gezwungenermaßen einen anderen Ort für die Zusammenkunft suchen. Trump betonte, er wolle dies eigentlich nicht.

US-Vizepräsident Mike Pence sagte am Montag dem Sender Fox News, Trumps Bitte sei nachvollziehbar. Diese Parteitage benötigten Monate der Vorbereitung, und die Republikaner bräuchten Planungssicherheit.

Kontroverse über Biden-Äußerung über afroamerikanische Wähler

Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden hat mit einer Äußerung über afroamerikanische Wähler eine Kontroverse ausgelöst.

"Ich sag' Ihnen was: Wenn Sie ein Problem haben, sich zu entscheiden, ob Sie für mich oder Trump sind, dann sind Sie nicht schwarz",

sagte der 77-Jährige in der Radiosendung The Breakfast Club am Freitag.

Anhänger von US-Präsident Donald Trump warfen Biden, der sich später entschuldigte, Rassismus vor. In dem teils hitzigen Interview mit dem beliebten afroamerikanischen Moderator Charlamagne Tha God, der mit bürgerlichem Namen Lenard Larry McKelvey heißt, ging es um Rassismus in den USA. Der Moderator erwiderte auf Bidens Äußerung, es beunruhige ihn, dass "die Demokraten die schwarzen Wählerstimmen für eine Selbstverständlichkeit halten".

Biden verweist auf Arbeit in schwarzen Gemeinden

Biden entgegnete, er habe durch jahrzehntelange Arbeit in schwarzen Gemeinden deren Wählerstimmen gewonnen und erhalte "überwältigende Unterstützung" von schwarzen Prominenten und Wählern. Tatsächlich genießt der Ex-Vizepräsident wegen seiner acht Jahre als Stellvertreter von Ex-Präsident Barack Obama hohes Ansehen bei Afroamerikanern.

Biden entschuldigte sich später im Gespräch mit afroamerikanischen Geschäftsleuten für seine "unglücklichen" Äußerungen:

"Ich hätte nicht so ein Klugscheißer sein sollen. Ich hätte nicht so unbekümmert sein sollen",

sagte er nach Angaben von Journalisten. Er habe die afroamerikanische Gemeinschaft "niemals als selbstverständlich angesehen", versicherte Biden. "Niemand sollte aufgrund von Rasse, Religion oder Herkunft für eine Partei stimmen müssen", betonte er.

Aussage gefundenes Fressen für Republikaner

Präsidentensohn Donald Trump Jr. warf Biden im Onlinedienst Twitter eine "ekelhafte und entmenschlichende rassistische Mentalität" vor. Der Senator Tim Scott, der einzige schwarze Republikaner im Senat, verwies darauf, dass 1,3 Millionen Afroamerikaner bei der Wahl 2016 für Trump gestimmt hätten. "Heute Mittag hat Joe Biden jedem von Euch gesagt, dass ihr 'nicht schwarz' seid!" Trumps Wahlkampfberaterin Katrina Pierson nannte Biden einen "elitären weißen Liberalen", der "rassistisch erniedrigende" Kommentare von sich gebe.

US-Präsident Trump äußert sich immer wieder rassistisch. Erst am Donnerstag sagte er bei einem Besuch einer Autofabrik im US-Staat Michigan über den als Antisemiten bekannten Firmengründer Henry Ford, dieser sei ein Mann mit "guten Blutlinien" gewesen.

📽 Video | Trump fordert umgehende Öffnung von Gotteshäusern

US-Präsident Donald Trump fordert trotz der weiteren Ausbreitung des Coronavirus die Öffnung von Gotteshäusern wie Kirchen. Anderenfalls werde er sich über die Gouverneure der Bundesstaaten hinwegsetzen, drohte Trump. Der Republikaner zählt Evangelikale zu einer wichtigen Wählergruppe für die Wahl im November.

Noam Chomsky macht Trump für Corona-Tote verantwortlich

Der US-Intellektuelle Noam Chomsky gibt der Corona-Politik von Präsident Donald Trump die Schuld am Tod von Landsleuten. Trump habe seine Pflichten vernachlässigt, indem er die Gouverneure einzelner US-Bundesstaaten dazu gezwungen habe, die Verantwortung für die Bekämpfung des Virus zu übernehmen, sagte der 91-Jährige der britischen Zeitung Guardian in einem am Montag veröffentlichten Interview.

"Das ist eine großartige Strategie, um viele Menschen zu töten und seine Wahlkampfpolitik zu verbessern."

Auf die Frage, ob er Trump für den Tod von Amerikanern verantwortlich sehe, sagte der Sprachwissenschaftler:

"Ja, aber es ist viel schlimmer als das, denn international gilt dasselbe. Um seine kriminellen Angriffe auf das amerikanische Volk zu vertuschen, die sich die ganze Zeit über abgespielt haben, schlägt er wild um sich und versucht, Sündenböcke zu finden."

Nach Ansicht Chomskys werde Trumps Entscheidung, die Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation WHO einzufrieren, zu Todesfällen im Jemen und in Afrika führen.


Ehemalige Mitarbeiterin hält an Vorwürfen gegen Biden fest

Eine frühere Mitarbeiterin von Ex-US-Vizepräsident Joe Biden, Tara Reade, hält gegen den demokratischen Präsidentschaftsbewerber an ihren Vorwürfen eines sexuellen Übergriffs in den 1990er Jahren fest. Sie wünschte, Biden würde aus dem Präsidentschaftsrennen aussteigen, sagte Reade in einem Interview mit der Journalistin Megyn Kelly. Reade sagte, sie würde ihre Vorwürfe auch unter Eid vorbringen.

Reade beschuldigt den heute 77-Jährigen, er habe sie 1993 in einem Senatsgebäude gegen eine Wand gedrückt, unter ihren Rock gegriffen und sei mit seinen Fingern in sie eingedrungen.

Biden wies die gegen ihn vorgebrachten Vorwürfe vergangene Woche vehement zurück. "Sie sind nicht wahr. Das ist nie passiert", erklärte er. Biden will US-Präsident Donald Trump im November bei der Präsidentschaftswahl herausfordern.

Am Donnerstag veröffentlichte eine kalifornische Zeitung zudem ein Gerichtsdokument, das Reades Ex-Mann im Zuge der Scheidung des Paares angefertigt haben soll und das aus dem Jahr 1996 stamme. Nach Angaben der Zeitung The Tribune habe dieser darin angegeben, Reade habe mit ihm über ein Problem gesprochen, das sie bei der Arbeit gehabt habe und das mit sexueller Belästigung im Büro von Biden zusammenhing.

Aus dem Dokument gehe aber weder hervor, dass Biden dafür verantwortlich gewesen wäre, noch würden in dem Dokument die jüngsten Anschuldigungen thematisiert, so das Blatt weiter.

Reade hatte ihre Vorwürfe vor mehreren Wochen in einem Podcast publik gemacht. US-Medien, darunter die Washington Post und die New York Times, starteten daraufhin Recherchen, sprachen mit Reade, damaligen Weggefährten der Frau und früheren Mitarbeitern von Biden. Eindeutige Belege für ihre Darstellung fanden sie nicht. Die Wahlkampfmanagerin von Biden, Kate Bedingfield, wies die Vorwürfe nach Angaben einer CNN-Reporterin am Donnerstag erneut als "falsch" zurück. "Jeden Tag kommen mehr und mehr Ungereimtheiten hinzu", erklärte sie demnach.

Biden wegen Übergriffsvorwürfen zunehmend unter Druck

Der voraussichtliche US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden gerät durch den von einer früheren Mitarbeiterin erhobenen Vorwurf des sexuellen Übergriffs zunehmend unter Druck. Bei einem Videotreffen mit Wählern am Mittwoch ging der designierte Herausforderer von Präsident Donald Trump jedoch nicht explizit auf die Anschuldigungen ein.

Biden hob stattdessen hervor, dass er sich in seiner politischen Laufbahn immer wieder gegen sexuelle Gewalt engagiert habe. So habe er als Senator 1994 ein Gesetz zur Bekämpfung von sexuellen Gewaltakten gegen Frauen initiiert, sagte der 77-Jährige. Als Vizepräsident unter Barack Obama habe er sich dann unter anderem gegen sexuelle Gewalt an den Hochschulen und in der Armee eingesetzt.

⏩ Eine frühere Mitarbeiterin in Bidens einstigem Senatsbüro wirft ihm vor, er habe sie als 29-Jährige in einem Flur des Kongresses in Washington sexuell attackiert. Bidens Wahlkampfteam hat die Anschuldigungen der heute 56-jährigen Tara Reade zurückgewiesen.

Trump von mehreren Frauen beschuldigt, Audioaufnahmen

Die Trump-Kampagne verbreitete die Vorwürfe indessen weiter – obwohl der Präsident selbst von mehr als einem Dutzend Frauen der sexuellen Belästigung und Gewalt beschuldigt wird. Noch kurz vor der Wahl im November 2016 war eine Videoaufzeichnung publik geworden, in welcher Trump damit geprahlt hatte, Frauen ungestraft an das Geschlechtsteil greifen zu können.

Auch Biden ist bereits in der Vergangenheit wegen angeblichen Fehlverhaltens gegenüber Frauen kritisiert worden. Mehrere Frauen berichteten, Biden habe sie in unziemlicher Weise berührt. Die Anschuldigungen durch Reade sind aber die bisher schwersten gegen Biden vorgebrachten Vorwürfe zu angeblichen physischen Übergriffen.

Nancy Pelosi spricht sich für Joe Biden als US-Präsidenten aus

Die demokratische Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat sich für Joe Biden als nächsten US-Präsidenten ausgesprochen. "Ich bin stolz, heute meine Unterstützung für Joe Biden als Präsidenten der Vereinigten Staaten" bekanntzugeben, sagte Pelosi in einer am Montag veröffentlichten Videobotschaft. Biden werde ein "außergewöhnlicher Präsident".

Der bei den Vorwahlen erfolgreiche Ex-Vizepräsident Biden ist der letzte verbliebene Bewerber im Rennen der Demokraten und faktisch deren Präsidentschaftskandidat. Der 77-Jährige soll im August bei einem Parteitag offiziell gekürt werden und bei der Präsidentschaftswahl am 3. November Amtsinhaber Donald Trump herausfordern.

Zuletzt hatte Biden unter anderem die Unterstützung von ehemaligen Mitbewerbern wie Bernie Sanders und Elizabeth Warren sowie von Ex-Präsident Barack Obama erhalten, dem er acht Jahre lang als Stellvertreter gedient hatte. Allerdings wirft die Coronavirus-Pandemie riesige Schatten auf den Wahlkampf.

🔗 Video macht sich über Trump lustig: „Der Lügner twittert heute Abend“

In einem Musik-Video, angelehnt an den Klassiker "The Lion Sleeps Tonight", werden US-Präsident seine bisherigen Aussagen zum Coronavirus um die Ohren gehauen. Die Grundaussage: Donald Trump muss abgewählt werden.

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🔗 Proteste gegen Pandemie-Maßnahmen in den USA: Kulturkampf um das Virus

US-Präsident Trump stachelt die Proteste gegen die Pandemie-Maßnahmen an. Dahinter steckt ein altes Narrativ: Die Demokraten wollten den Amerikanern ihre Freiheit nehmen.

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🔗 Schwere Vorwürfe gegen Joe Biden

Eine frühere Mitarbeiterin des designierten demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden wirft ihm vor, ihr sexuelle Gewalt angetan zu haben. 

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