Die Protagonisten der ÖVP-Ermittlungen

Ein Überblick über jene Personen, gegen die in der neuen Inseraten-Affäre ermittelt wird.

📍 Sebastian Kurz: Gegen den heutigen Bundeskanzler und ÖVP-Obmann wird wegen Untreue und Bestechlichkeit ermittelt. Der größte Teil der Vorwürfe stammt aus einer Zeit, als Kurz noch das Außenministerium leitete und quasi am Sprung zur Parteispitze war.

📍 Thomas Schmid: Auch Schmid wird wegen Untreue und Bestechlichkeit verfolgt. Der spätere ÖBAG-Chef lieferte mit seinen Chats auch in dieser Causa die Basis für die Ermittlungen. Zum Zeitpunkt der Geschehnisse war er Kabinettschef bzw. Generalsekretär im Finanzministerium. Heute ist er nach seinem Abgang aus der Staatsholding nicht mehr im öffentlichen Bereich tätig.

📍 Johannes Pasquali: Johannes Pasquali war schon zur Zeit der inkriminierten Vorgänge Leiter der Öffentlichkeitsarbeit im Finanzressort. Der frühere Freiheitliche ist seit rund fünf Jahren Bezirksobmann der ÖVP in Wien-Wieden. Auch gegen ihn wird wegen Untreue und Bestechlichkeit ermittelt.

📍 Johannes Frischmann: Der heutige Sprecher von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) war zu Beginn der Vorgänge, die die Staatsanwaltschaft verfolgt, noch als Pressesprecher im Finanzressort tätig.

📍 Gerald Fleischmann: Fleischmann hat eine lange Karriere als Pressesprecher hinter sich, wobei er unter anderem die Medienabteilung der Volkspartei leitete. Schon beim Einstieg von Sebastian Kurz ins Regierungsgeschäft diente er als sein Sprecher, später im Kanzleramt auch als stellvertretender Kabinettschef. Heute ist er Leiter der Stabstelle Medien im Bundeskanzleramt.

📍 Stefan Steiner: Steiner gilt als der Prototyp des Mannes im Hintergrund. Als Spitzenbeamte im Integrationsbereich war er über viele Jahre enger Weggefährte von Sebastian Kurz. 2017 wechselte er für einige Monate als Generalsekretär in die ÖVP-Zentrale. Seit 2018 ist er strategischer Berater der Volkspartei und ist in so gut wie alle wichtigen Entscheidungen eingebunden. Gegen ihn wird wie gegen Fleischmann und Frischmann ebenfalls wegen Bestechlichkeit und Untreue ermittelt.

📍 Sophie Karmasin: Die Meinungsforscherin war zur Zeit der untersuchten Vorwürfe als parteilose Familienministerin für die ÖVP tätig. Nach ihrem Ausstieg aus der Politik war sie wieder als Meinungsforscherin bzw. Beraterin mit einem neuen Unternehmen aktiv.

📍 Sabine Beinschab: Beinschab ist Gründerin des Marktforschungsinstituts "Research Affairs", das seit vielen Jahren die Umfragen für die "Österreich"-Mediengruppe durchführt. Laut Staatsanwaltschaft ist sie seit längerer Zeit mit der Familie Karmasin beruflich verbunden. Den Meinungsforscherinnen wird Untreue und Bestechung vorgehalten.

📍 Wolfgang Fellner: Der prominente Medienmanager und Gründer von Magazinen wie "Rennbahn Express", "Basta" und "News" ist Herausgeber der Tageszeitung "Österreich" bzw. Chef des dazugehörigen Medienkonzerns.

📍 Helmuth Fellner: Helmuth Fellner begleitete seinen Bruder bei den diversen Magazingründungen im kaufmännischen Bereich. Direkt an "Österreich" beteiligt ist er nicht, laut Staatsanwaltschaft bringt er sich über eine Beratungs-GmbH aber weiter operativ in das Geschäft ein. Den Fellner-Brüdern wird Untreue und Bestechung zur Last gelegt.