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WM 2022

Der Live-Blog zur WM 2022 in Katar

Vom 20. November bis zum 18. Dezember findet in Katar die erste Fußball-Winter-Weltmeisterschaft statt. Wir halten euch über die Geschehnisse rund um den umstrittenen Wüsten-Kick auf dem Laufenden – auch abseits des Rasens.

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Schwuler Sport-Staatssekretär Andrew mit "One-Love"-Binde auf Tribüne

Der britische Sport-Staatssekretär Stuart Andrew hat beim Spiel zwischen England und Wales in Katar auf der Ehrentribüne die "One-Love"-Binde getragen. Der offen homosexuell lebende Politiker der Konservativen Partei setzte damit am Dienstagabend im Ahmed bin Ali Stadium von Al-Rajjan ein ähnliches Zeichen, wie es schon die deutsche Innenministerin Nancy Faeser zuvor bei einem Spiel der deutschen Mannschaft getan hatte. 

Andrew hatte kritisiert, dass es "wirklich unfair" gewesen sei, dass der Weltverband FIFA verhindert hatte, dass die Kapitäne Harry Kane (England) und Gareth Bale (Wales) die Spielführerbinde als Zeichen der Vielfalt trugen.  

Abbildung von: Schwuler Sport-Staatssekretär Andrew mit "One-Love"-Binde auf Tribüne

US-Fan von Security abgeführt

Weil er ein Regenbogen-Armband trug, wurde ein US-Fan vor dem WM-Match zwischen dem Iran und den USA von Securities aus dem Stadion entfernt.

Es war nicht der erste Fußballanhänger, der aufgrund seines bunten Schmucks in Katar das Stadion noch vor Spielbeginn verlassen musste.

Abbildung von: US-Fan von Security abgeführt

Neymar, Danilo und Alex Sandro fehlen Brasilien gegen Kamerun

Die brasilianische Nationalmannschaft muss vorerst auf einen weiteren Spieler verzichten. Neben Superstar Neymar und Rechtsverteidiger Danilo fällt auch Linksverteidiger Alex Sandro für das abschließende Vorrundenspiel am Freitag gegen Kamerun aus. Der 31-jährige Alex Sandro habe sich beim 1:0 gegen die Schweiz an der Hüfte verletzt, sagte Teamarzt Rodrigo Lasmar am Dienstag in Doha. Wann alle drei wieder einsatzfähig sind, ließ Lasmar offen.

Die Brasilianer sind bereits für das Achtelfinale qualifiziert. Nach der Partie gegen die Schweizer war bekannt geworden, dass Neymar neben seiner Bänderverletzung am Sprunggelenk auch unter leichtem Fieber leidet. Das Fieber sei aber mittlerweile unter Kontrolle und behindere die Behandlung des Fußes nicht, sagte Lasmar. 

Abbildung von: Neymar, Danilo und Alex Sandro fehlen Brasilien gegen Kamerun

Suspendierter kamerunischer Torwart Onana mit Vorwürfen

Der suspendierte kamerunische Torwart André Onana hat in einer ersten Stellungnahme seit dem Rauswurf aus dem Fußball-WM-Team für Katar Vorwürfe an die Gegenseite gerichtet, ohne diese zu präzisieren oder namentlich zu adressieren.

"Ich habe alle Anstrengungen unternommen und alle Energie reingesteckt, um eine Lösung zu finden für eine Situation, die ein Fußballer öfter erlebt, aber es gab auf der Gegenseite keinen Willen dazu", schrieb der Torhüter von Inter Mailand.

Gleichwohl erklärte er in dem in sozialen Medien veröffentlichten Statement: "Ich respektiere und unterstütze immer die Entscheidungen derer, die sie fällen müssen, um den Erfolg für unser Team und unser Land zu suchen."

Kameruns Cheftrainer Rigobert Song hatte seinen Stammtorhüter am Abend vor dem 3:3 gegen Serbien aus nicht näher benannten disziplinarischen Gründen am Montag aus dem Team gestrichen. "André wollte ausscheren", hatte Song nach dem Spiel gesagt: "Es ist wichtig, dass wir alle hier Teamgeist, Disziplin und Respekt zeigen."

Laut Medienberichten hatte Verbandspräsident Samuel Eto'o noch einmal zu vermitteln versucht zwischen Onana und Song, aber ohne Erfolg. Am Montagabend schließlich hatte sich der Verband in einer Mitteilung hinter den Trainer gestellt. Offiziell ist Onana nicht für den Rest des Turniers suspendiert, ein Einsatz im entscheidenden Gruppenspiel am Freitag gegen Brasilien scheint aber ausgeschlossen.

Abbildung von: Suspendierter kamerunischer Torwart Onana mit Vorwürfen

Regenbogen-Aktivist in Katar "frei" - keine rechtlichen Konsequenzen

Der bei der Fußball-WM in Katar aufs Spielfeld gerannte Regenbogen-Aktivist ist eigenen Angaben zufolge nicht in Gewahrsam. "Ich bin frei", schrieb der Italiener Mario Ferri am frühen Dienstagnachmittag (Ortszeit) auf seiner Instagramseite, er bedankte sich für die Unterstützung.

Am Vorabend war er während der Partie zwischen Portugal und Uruguay auf den Rasen gerannt, er hatte dabei eine Regenbogenfarbe in der Hand. Auf seinem T-Shirt waren die Botschaften «Save Ukraine» sowie "Respect for Iranian Woman" geschrieben.

Da Ferri unmittelbar nach seiner Aktion von Ordnern abgeführt worden war, wurde am Dienstagmorgen über das weitere Vorgehen der Sicherheitskräfte spekuliert. Es habe keine rechtlichen Konsequenzen gegeben, schrieb Ferri. 

FIFA-Verfahren gegen Kroatien wegen Fanverhaltens

Die FIFA hat ein Verfahren gegen den kroatischen Verband wegen des Verhaltens seiner Fans im zweiten WM-Gruppenspiel gegen Kanada (4:1) eingeleitet. Hintergrund dürften die Beleidigungen gegen den serbisch-stämmigen Torhüter Milan Borjan aufseiten der Kanadier sein.

Der Keeper war durch ein Plakat mit Bezug auf den Kroatien-Krieg sowie durch Sprechchöre verunglimpft worden. Borjan gilt im kroatischen Lager als umstrittene Person, nachdem er in der Vergangenheit kontroverse Interviews hinsichtlich seiner Heimat gegeben hatte.

Nach Regelverstoß vor Spanien-Spiel: Geldstrafe für DFB

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) muss nach dem Regelverstoß bei der Pressekonferenz vor der WM-Partie gegen Spanien eine Geldstrafe in der Höhe von 10.000 Schweizer Franken (rund 10.100 Euro) zahlen. Der zudem jetzt verwarnte DFB war nur mit Bundestrainer Hansi Flick und nicht wie vorgeschrieben zusätzlich mit einem Spieler bei der Fragerunde im internationalen Medienzentrum vertreten. Das Strafmaß teilte der Weltverband (FIFA) am Dienstag mit.

Begründet worden war das Vorgehen von Flick mit der aus seiner Sicht langen Anreise vom Teamquartier im Norden Katars in die gut 100 Kilometer entfernte Hauptstadt. Diese sei rund 30 Stunden vor dem Anpfiff keinem der 26 Spieler seines Kaders "zuzumuten", sagte Flick.

Die Regel, dass die Pressekonferenz vor einem WM-Spiel im Medienzentrum in Al-Rayyan abgehalten werden muss, gilt für alle 32 WM-Teilnehmer. Die Partie am Folgetag endete 1:1.

Die nächste Pressekonferenz im Medienzentrum findet für den DFB am Mittwoch am Vortag des letzten und entscheidenden Gruppenspiels gegen Costa Rica statt.

Organisationschef: 400 bis 500 tote Gastarbeiter

Der Generalsekretär des Organisationskomitees, Hassan al-Thawadi, hat in einem Interview von mehreren Hundert toten Gastarbeitern im Zusammenhang mit der WM in Katar gesprochen.

"Die Schätzung ist bei 400, zwischen 400 und 500. Ich habe die exakte Zahl nicht",

sagte al-Thawadi in dem Gespräch mit Piers Morgan für den britischen TV-Sender "Talk TV". Morgan hatte nach der realistischen Zahl der Gastarbeiter gefragt, die durch ihre Arbeit für die WM ums Leben kamen.

Auf den Stadionbaustellen sind vorherigen offiziellen Angaben zufolge drei Menschen gestorben. Zahlen zu den insgesamt im Zusammenhang mit der WM gestorbenen Gastarbeitern hatte das Organisationskomitee bisher nicht genannt. Ein aufsehenerregender Bericht des britischen Guardian von Anfang 2021 hatte von mehr als 6500 toten Arbeitern aus fünf asiatischen Ländern auf den Baustellen des Emirats in den vergangenen zehn Jahren gesprochen. Diese Zahlen hatte Katar stets zurückgewiesen.

Hassan al-Thawadi verwies in dem Gespräch erneut auf die Reformen, die im Emirat in den letzten Jahren für eine Verbesserung der Bedingungen für Arbeiter auf den WM-Baustellen gesorgt hätten. Europäische Verbände machen sich für einen Entschädigungsfonds für Gastarbeiter in Katar sowie die Einrichtung eines Gastarbeiter-Zentrums in Doha stark.

Flitzer mit Regenbogenfahne bei Spiel zwischen Portugal und Uruguay

Beim WM-Gruppenspiel zwischen Portugal und Uruguay hat ein Flitzer mit einer Regenbogenfahne und weiteren politischen Botschaften für Aufsehen gesorgt. Wenige Minuten nach dem Beginn der zweiten Halbzeit rannte am Montagabend im Lusail Stadion in Katar ein Zuschauer mit einer bunten Fahne über den Rasen, konnte aber schnell von Ordnern gestoppt werden. Schiedsrichter Alireza Faghani hob die Fahne auf und brachte diese vom Spielfeld.

Über die Motive des Flitzers konnte zunächst nur spekuliert werden. Auf dem Superman-Shirt der Person stand vorne auf der Brust zudem "Save Ukraine" und auf dem Rücken "Respect for Iranian Women". Der Regenbogen ist das Symbol für die LGBTQI*-Gemeinschaft.

Abbildung von: Flitzer mit Regenbogenfahne bei Spiel zwischen Portugal und Uruguay

Ali Daei wegen Unterstützung von Protesten "bedroht"

Irans Fußball-Legende Ali Daei ist eigenen Angaben zufolge wegen seiner Unterstützung der anhaltenden Proteste in seiner Heimat bedroht worden.

"Ich habe in den letzten Tagen und Monaten zahlreiche Drohungen gegen mich und meine Familie erhalten",

... erklärte Daei am Montag im Online-Dienst Instagram. Absender seien "Organisationen, Medien und unbekannte Personen gewesen", berichtete der 53-Jährige.

"Mir wurden Menschlichkeit, Ehre, Patriotismus und Freiheit beigebracht. Was wollt Ihr mit solchen Drohungen erreichen?"

In seiner Botschaft forderte der ehemalige iranische Nationalspieler die "bedingungslose Freilassung" aller festgenommenen Demonstranten im Iran.

Daei entschied sich trotz Einladung durch die Organisatoren, nicht als Gast zur WM in Katar zu reisen. Er wolle "bei meinen Landsleuten" sein und "all jenen mein Mitgefühl ausdrücken, die Angehörige" während der Proteste verloren hätten, erklärte er. Wegen seiner Unterstützung der Proteste wurde im Oktober bereits Daeis Pass für einige Tage beschlagnahmt.

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